Plattenkritik

Killtribe - I Am Human (EP)

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Release Date: 03.11.2009
Datum Review: 04.01.2010

Killtribe - I Am Human (EP)

 

Wir wissen es, wir wussten es schon immer, wir wehren uns nur dagegen: wir sind Egoisten. Von Natur aus. Nur unser Zusammenleben, unser Bedürfnis nach gemeinsamen Glück – welches ja auch nur aus egoistischen Motiven resultiert – gewährleistet so etwas wie eine brückenweise vorhandene Art zu Handeln, welche wir dann als „freundlich“ oder „herzensgut“ bezeichnen. Doch jegliches nett-sein, jegliche Tat, bei welcher wir uns gut fühlen bringt uns näher zu der Erkenntnis worauf all dies fußt: Auf der Schaffung der eigenen Freude. Denn ohne die Freude der anderen funktioniert diese nicht.

Und die Illusion des Fortschrittes? Im Grunde nur dekonstruktiv hinsichtlich der Grundmaxime aller Menschen, nämlich der Aufrechterhaltung unseres Lebens. Am Ende sind wir doch eh alle dem Tode geweiht; und unser auf rosiges Zusammenleben verhafteter sozialer, zivilisierter Umgang avanciert plötzlich zu primitiven Auseinandersetzungen auf aufgestylter Ebene. Eine pessimistische Erkenntnis und Prognose, welcher sich das Quintett KILLTRIBE annehmen.

Wer jedoch nun nach großen Weltuntergangsportraits der Marke CELESTE wittert dürfte enttäuscht werden. KILLTRIBE spielen eine recht moderne Form der härteren Musik irgendwo zwischen den längst unzertrennlichen Polen Metal und Hardcore, verzichten dabei gottseidank jedoch auf abgenutzte Konventionen wie Breakdowns oder schwedisches Gitarrenspiel. Das heißt jedoch nicht, dass groß mit Atmosphäre (was sich bei solch ausgeprägter lyrischer Komponente ja anbieten würde) oder dergleichen geliebäugelt wird: KILLTRIBE spielen recht tighte 3-4 Minuten Songs mit recht zeitgenössischen Shouts, vereinzelntem Cleangesang („Shine“ hat sogar sowas wie Ohrwurmcharakter) und sehr einfachen Riffing.

Ein derartig simpel gestricktes Korsett passt natürlich zu einem Namen wie „Killtribe“, wobei man – wäre man in dieser Hinsicht wirklich konsequent – doch eine ganz andere, eine viel einfachere und direktere Art des Songwritings erwarten könnte. Doch wahrscheinlich wollen hier Lyrik und Musik lieber getrennt voneinander fungieren. Betrachtet man diese EP jedoch allein hinsichtlich ihrer musikalischen Substanz, so wird man auf kein schlechtes, aber auch kein wirklich herausstechendes Release stoßen.

Alte Kommentare

von Ben D. 04.01.2010 09:24

Ich muss sagen, dass ich hier kein einfaches Riffing gehört habe. Die Songs strotzen vor komplexität und rhythmischer Kreativität wie ich es von wenigen anderen Bands kenne! Reinhören lohnt auf jeden Fall!

von lanweilig... 04.01.2010 16:01

...wäre noch geprahlt! 1000 mal gehört und niemals gemocht. Kann man sich getrost ersparen !

von lik 04.01.2010 16:46

Geil, 1000x hören ohne es zu mögen? Das nenn ich Durchhaltevermögen … ^^ Meine Lieblingssongs hab ich keine 1000x gehört.

von Nero 06.01.2010 02:30

Musik ist natürlich Geschmacksache aber ich kann die Rezi absolut nicht nachvollziehen. Killtribe bieten einen super Sound und klasse Songs: agressiv, dynamisch und voller Details (wer Ohren hat, der hört auch ;-)

von langweilig 06.01.2010 13:03

1000 mal nen ähnlichen Sound auf anderen CD's / bei anderen Bands gehört. Wenn ich mir das Teil hier 1000 mal hätte geben müßen, wären mir wahrscheinlich Ohren, Eier und Herz auf Ewigkeit eingeschlafen. @Nero Bis auf "klasse Songs" kann man deine Aussage echt stehen lassen und das ist nunmal das A und O. Das langt einfach vorne und hinten nicht, um bei der Maße an Bands herauszuragen...spricht in 6 Monaten keine Sau mehr von. Nicht umsonst hat das hier vorliegende Demo auch in anderen Mags eher durchschnittliches Feedback bekommen. Vergleichbar Wie der Weihnachtsfick mit meiner Nachbarin: Ganz nett, aber echt nix besonderes.

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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