Plattenkritik

King Cannons - King Cannons EP

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 05.04.2012
Datum Review: 26.03.2012

King Cannons - King Cannons EP

 

Protest auf Rezept haben Luke Yeoward, Lanae Eruera, Jonno Smith, Rob Ting, Mike Ting und Dan McKay nicht nötig. Zuviel er- und durchlebt, als das die Worte, die gesagt werden müssen, im Halse der Australier ersticken dürfen. Mit ihrer Form vom Veto fahren KING CANNONS allerdings noch in vergleichsweise seichten Gewässern. Zuviel Sonne könnte einer der Gründe dafür sein.

Die EP des Sextetts aus Melbourne ist quasi ein Einheizer zum Warmwerden – und macht ihren Job gut: „Take The Rock“ blinzelt hell und lebendig, nimmt sich jedoch der Sache mit dem Protest und der Ernsthaftigkeit dankend an, während THE CLASH mit fettigen Offbeat-Segmenten im Punkrock verwurzelt das Atmen übernehmen. Die fünf Songs sickern durch gefluteten und elegant arrangierten Rootsrock, der vor guter Laune und Hymnencharakter strotzt - aber gelegentlich den Übermut und das Feuer scheut, wie im Beispiel „Smoked Out City“: Hier klopfen RANCID und ein motivierte Working Class-Chor ans Fenster und werden mit Orgeln und Schmackes begrüßt. Im Gegensatz zum ballaststoffreichen „Teenage Dreams“ bleibt die Kirche jedoch im Dorf und öffnet ihre massiven Pforten nur auf pingelige Anfrage.

KING CANNONS transportieren das Einheizen (aufs kommenden Album) ebenso wie das Warmwerden (für die kommenden Europa-Dates) auf ihre eigenwillige, bejahende und gerngesehene Art und Weise - und wer nicht spätestens zu „Time To Yourself“ den Liegestuhl zum Büroarbeitsplatz hinzuzählt, möchte sich bitte in seinem Winterquartier zurückziehen und jammern. Die knappe Viertelstunde der „King Cannons EP“ macht Hunger auf das Album und Durst auf kalte Schirmchendrinks, die nicht immer nur Spaß und Eierkuchenfreude publizieren zu wissen. Nur zu gerne dürfen die Mannen und Damen aus Melbourne noch eine Handvoll ihrer zahlreichen Tattoos gegen Hits für ihr Debüt eintauschen. Diese Verlagerung der dauerhaften Präsenz würde sich ganz sicher lohnen. Und passt umso besser zum Protest.

Trackliste:

1. Take The Rock
2. Teenage Dreams
3. Gasoline
4. Smoked Out City
5. Time To Yourself

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media