Plattenkritik

Kings Of Convenience - Declaration Of Dependence

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Release Date: 25.09.2009
Datum Review: 23.10.2009

Kings Of Convenience - Declaration Of Dependence

 

Erlend Øye ist ein alter Workaholic. Da hat er dieses Jahr gerade mit seinem Electroprojekt Whitest Boy Alive ein Album der anderen Art herausgebracht, unzählige Konzerte gespielt und dem gewogenen Fan der Kings Of Convenience das Tanzbein mal zu einer anderen Stilrichtung bewegen lassen, da schiebt er dann doch noch mal flott ein neues Album mit Kollegen Eirik Glambek Bøe hinterher. Das insgesamt dritte Album des Duos Kings Of Convenience, gerüchteweise auch ihr letztes, wobei Erlend schon betont, dass er das wohl nicht aufrecht erhalten kann.

Frauenzeitschriften ziehen immer noch gerne den Vergleich mit Simon and Garfunkel. Aber so geht das doch nicht. Im Gegensatz zu den Kings Of Convenience sind Simon and Garfunkel ja dann doch noch Krawallo. Nein, Kings Of Convenience sind mehr als Weichspüler für die Gehörgänge. Sie lassen sanft den Balsam unglaublich softer Musik durch die Trommelfelle fließen, zerstörte Flimmerhäärchen können sich darunter wieder regenerieren und der Herzschlag wird auch merklich ruhiger. Vernahm man auf den Vorgängerwerken hin und wieder noch ein wenig Schlagwerk, so misst man dies nun vollends. Ein reines Akkustikwerk, ohne jeden Ansatz von Schlagkraft rhythmusgebender Instrumente. Stattdessen neben den obligatorischen Gitarren noch die Streicher. Man könnte sie locker in sämtlichen Wellnessoasen der Nation laufen lassen, wären da nicht diese Texte. Denn die sind im Grunde genommen alles andere als ottonormalpopmusiktauglich. Das Thema ist klar: Männlein und Weiblein und ob sie nun zusammen passen und wenn ja wo. Darüber kann auch Robbie Williams singen, tun andere Bands abseits des Mainstreams aber auch. Das beliebteste Thema der Kunst, welche sich der Lyrik bedient. Das Thema sämtlicher Minnesänger seit Beginn der Menschheit. Hier tauchen die Kings Of Convenience dann aber doch den Tiefgang, den dieses Duo von anderen Bands unterscheidet. Bilder malen mit Worten, Analogien in neues Licht von Bedeutung schieben. Und auch wenn die Musik so lieb und freundlich daherkommt, sind es auch die Bilder vom Krieg der Emotionen. Präzise Schilderungen der Grabenkämpfe, die Wahl der Waffen, die Auflistung der Wunden und Tode, die auf diesem Schlachtfeld gestorben werden. Pathos par exellence. Aber mal im Ernst liebe Frauenzeitschriftenleserinnen: meint ihr wirklich, das ist gut für euch?

Tracklist:
1. 24- 25
2. Mry. Cold
3. Me In You
4. Boat Behind
5. Rule my World
6. My Ship Isn´t Pretty
7. Renegade
8. Power Of Not Knowing
9. Peacetime Resistance
10. Freedom And Its Owner
11. Riot On An Empty Street
12. Second To Numb
13. Scars On Land

Alte Kommentare

von Alex // Allschools 24.10.2009 17:58

Ich hatte Boat Behind einfach mal unwissend in die Sendugn gepackt. Was ist das für ein wunderschöner Song, bitte? Muss ich mir mal besorgen! Danke für das Review!

von wieso bitte 24.10.2009 22:54

ist whitest boy alive ein "electroproject"?

von stimmt... 24.10.2009 23:10

so'n müll.

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Jule

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wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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