Plattenkritik

Kool Savas & Optik Records - Optik Takeover

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Release Date: 15.09.2006
Datum Review: 20.09.2006

Kool Savas & Optik Records - Optik Takeover

 

KOOL SAVAS und seine Optik Army sind zurück. Nachdem sich das unter BMG Schirmherrschaft laufende SAVAS Label von der ersten Generation (nicht gerade freundschaftlich) getrennt hat und die neuen Rekruten bereits ausgiebig vorgestellt wurden, darf man sich endlich mal wieder über ein größer angelegtes Release aus dem Hause Optik Records freuen. "Optik Takeover" heißt die Scheibe mit der man die deutsche Hip Hop Landschaft mal wieder umkrempeln möchte und eigentlich hat das Label dies auch dringend nötig, denn außer den SAVAS Veröffentlichungen und natürlich der Kollabo mit AZAD brachte Optik Records nicht die erhofften Nachwuchsrapper und Hitalben aus dem Underground ans Tageslicht.

Sind wir also gespannt auf dieses Crew-Album welches in der limitierten Auflage mit satten 24 Songs ums Eck kommt. Natürlich ist SAVAS’ Exfreundin MELBEATZ für die richtige Untermalung, satte Samples und orientalische Einflüsse zuständig. Schnell wird dem Zuhörer beim "Optik Takeover" klar, dass die Übernahme nicht mehr mit den alten Trademarks aus Genitalgepose und Disstracks stattfinden soll, vielmehr setzt die Optik Army Anno 2006 stärker auf Inhalte, lyrische Experimente und RnB Einflüsse. Label Boss SAVAS gelingt dies gewohnt bravourös und so spittet er gekonnt seine Lines beim Musical-mäßigen Intro oder bringt den genialen Metapher-Track "Komm mit mir" der gekonnt zwischen der Welt des Automobils und der der Frauen auf eine charmante Art pendelt. Auch der " O.P.T.I.K." Track macht richtig spaß. AMAR, ERCANDIZE und SAVAS machen einen tighten Crew Track mit melodischer Hook von Moe, bei dem sich die einzelnen Mitglieder mit ihren Parts primär der jeweiligen Anfangsbuchstaben von O.P.T.I.K. annehmen, also erst das O, der nächste das P usw. Bei "Homo Thugs" wird dann doch wieder gedisst, während "Halbblutprinz" ein Solotrack von SAVAS Bruder SINAN darstellt, der auf Harry Potter und Herr der Ringe Themen rumreitet und wohl eher was Nachwuchs-HipHopper sein sollte. Auch auf dem Crew Album gibt es ein paar saftige Features außerhalb der Optik Army und gerade diese verleihen dem Album die richtige Würze. Speziell "Come Clean 2006" mit LUMIDEE & DJ SUAVE weiß zu begeistern und die DINA RAE Hook bei "U Ain’t Fuckin With Us" zeigt einem wo der Hase lang läuft. Neben SAVAS überzeugt mich letztendlich lediglich CAPUT auf aus der Optik Crew. Die früher hochgelobten Potentiale haben sich einfach nicht wirklich weiterentwickelt und sind auf ihrem Niveau geblieben. Gerade SINAN hat weder einen besonders interessanten und eigenständigen Style noch innovative Ideen. Dann haben wir noch MOE MITCHELL, den unausgereiften XAVIER NAIDOO Abklatsch, der es mit seinen souligen Einlagen einfach ein wenig zu weit treibt und ganz klar keine VALEZKA ersetzt. Das war es auch schon an Kritik, denn von den 24 Songs sind mindestens 6 erstklassig, was viele andere Veröffentlichungen da draußen nicht leisten können. Dennoch bleibt die Frage offen, was die Optik Army ohne SAVAS wäre, denn für ein „Boom“ reicht die Leistung seines Anhangs wahrlich nicht…

Tracks:
1. Optik Takeover Intro
2. O.P.T.I.K.
3. Das ist OR!
4. Komm mit mir
5. Merkt euch
6. Traum
7. Bye Bye
8. U Ain't Fuckin With Us
9. Ich fick dich nicht
10. HT Skit
11. Homo Thugs
12. Halbblutprinz
13. Mach alles Caput
14. Dani Skit
15. 2005 Til Infinity
16. Come Clean 2006
17. Geldwelt
18. Manche Leute Part 1
19. In deinen Augen
20. Nie mehr hoch
21. Warnung
22. Grind On
23. Er ist nicht gut für dich
24. Wenn es bricht

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Torben

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Allschools Chef

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