Plattenkritik

Kula Shaker - Strangefolk

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Release Date: 17.08.2007
Datum Review: 08.07.2007

Kula Shaker - Strangefolk

 

KULA SHAKER sind ein wirklich interessantes Beispiel für die Fluktuation des britischen Musikmarktes. Auf dem Zenit der „Brit-Pop-Ära“ Mitte der 90er erschien ihr Debüt „K“, das sofort sämtliche Register zog, Chart-mäßig abräumte und für einen kurzen Moment das Königreich in beschwingte 60’s Klänge, Madchester Rave Sound und indische Folklore tauchte. Das Ganze generierte dann auch noch ein paar mäßig interessante Skandale, etwa als Sänger Crispian Mills die Rehabilitierung des Swastikas forderte.

Über den Sinn und Unsinn solcher Forderungen des Indien-Fans mag man nun sicherlich geteilter Meinung sein, in Begriffen wie Publicity, Marketing und Product Placement hat es wahrscheinlich nicht genutzt. Ende der 90er war Brit-Pop ein alter Hut, Nachfolgeralbum „Peasants, Pigs And Astronauts“ floppte trotz Kritikerlob, und die Band löste sich einfachheitshalber auf.

So weit, so typisch. Jetzt wo britische Bands hip, Retro-Rock (noch) angesagt ist, kehren KULA SHAKER zurück, werfen die indischen Spielereien über Bord und legen mit „Strangefolk“ ein sauberes drittes Album, mit fröhlich pluckernder Hammond-Orgel, Dauergrinsen und ironiegeladenen Texten hin. Ein etwas schaler Nachgeschmack bleibt trotzdem. Ein Schelm wer an TURBONEGROs berühmtes „We’re only in it for the money“ Zitat denkt. Dabei machen KULA SHAKER es dem Hörer doch sehr leicht, das Album gut zu finden und haben mit „Great Dictator (Of The Free World)“ einen richtigen Ohrwurm mit witzigem (zugegeben plattem) Text im Gepäck („I’m a dick- I’m a dick- I’m dictator…“).
Daneben gibt es dann den im Titel angekündigten Folk in „Shadowlands“, das wirklich sympathisch rüberkommt und, ja, auch ein wenig indisches Brimborium, wenn auch nur als kleine PRODIGY Coverversion („Song Of Love/Narayana“).

„Strangefolk“ überrascht. In mehrfacher Hinsicht. Zum einen erstaunt die Glätte und Sauberkeit, der einstigen indisches Kauderwelsch plappernden Brit-Pop Raver mit bunten Hosen, zum anderen haben die „neuen“ KULA SHAKER durchaus ihre Daseinsberechtigung im heutigen Indie-Rock Kontext. Mir zumindest war die Indien-Fixierung sympathischer.


1.Out On The Highway
2.Second Sight
3.Die For Love
4.Great Dictator (Of The Free World)
5.Strangefolk
6.Song Of Love/Narayana
7.Shadowlands
8.Fool That I Am
9.Hurricane Season
10.Ol’ Jack Tar
11.6ft Down Blues
12.Dr.Kitt
13.Super CB Operator

Alte Kommentare

von hosannah 11.08.2007 13:49

das wurde aber auch zeit! die beste britische band meldet sich mit einem großartigen album und einer fantastischen neue single second sight zurück! hoffentlich folgt bald eine deutschland-tour!

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Dennis

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