Plattenkritik

Kumpelbasis - Der Luxus Unter Wilden Tieren

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Release Date: 24.06.2011
Datum Review: 18.07.2011

Kumpelbasis - Der Luxus Unter Wilden Tieren

 

"Kult" oder "Institution" sind die Bezeichnungen für die Kreuzberger KUMPELBASIS, die ganz sicher keine Helden, Straight Edger oder Anwälte sein wollen. Und als vollblütiger Berliner Slackerpunk kann es auch mal 9 Jahre dauern, bis man mit dem Nachfolgemodell zu "Mächte Des Alltags" aufwartet. Wer reibt sich nur solange die Hände? Kiezkids oder Nietenpunks? Inge oder Zyprinus?

Man könnte behaupten, "Der Luxus Unter Wilden Tieren" sei die niedergeschriebene Wort-Für-Wort-Erklärung der "Mächte Des Alltags": "Ich Hab Keine Lust Zur Arbeit Zu Gehen, Ich Will Auch Nicht Beim Jobcenter Anstehen". Reimt sich. Frisst aber niemanden. Spießer im Haus, perspektivloses Dahingeseier oder Biertrinken vor Vier - alles altbekannte Situationen für "Toxic Steve" und seine KUMPEL(BASI)S, die ganze dreizehn Male erläutern, was das Leben im Schilde führen kann. Mal wollen sie das polternd und schnell ("Der Ungleiche Bruder") oder stampfend rockig ("Keine Zeit"), aber auch für eine "laid-back" Variante zwischen Jan Delay und Peter Fox reicht der Vorrat ("Der Tag"). Textlich hält man sich eher klassisch und benetzt zurück, von Verpackungen oder Metaphern sehen die Ur-Berliner lieber ab, trauen sich lieber noch zum Schluß, SLIME´s "Albtraum" zu veroffbeaten. Deutschpunk lässt sich hier nicht als stumpfe Schublade annageln, KUMPELBASIS sind nicht festgefahren, zählen auch spanische Vocals und Bläsersegmente zu ihrem Freundeskreis.

"Der Luxus Unter Wilden Tieren" lässt sich nett anhören, aber bietet keinen freien Sitzplatz, auf dem der Hörer sich bequem niederlassen und mitreißen lassen kann. Der "Misanthrop" und "Sag Bloß Nicht Deutsch (Zu Mir)" plätschern daher, für den Aha-Effekt sorgt lediglich der clevere Opener "Zyprinus" oder das gelebt erzählte "Berlin". Nach fast einem Jahrzehnt Warteschleife nicht unbedingt das detailliert geliebte und beglaubigte Endergebnis zum Zurücklehnen und sacken lassen - aber zum Schönhören mit auf die Chancenliste zu setzen, wenn man vernarrt in deutsche Punkmusik oder punkige Deutschmusik zu sein meint. Wollen doch auch nur gute Kumpels sein.


Trackliste:

01. Zyprinus
02. Dunkle Bilder
03. Der ungleiche Bruder
04. Der Luxus unter wilden Tieren
05. Der Tag
06. Misanthrop
07. Keine Zeit
08. Sag bloss nicht Deutsch (zu mir)
09. Borracho
10. Einbauküche
11. Berlin
12. Bei Inge
13. Kreuzberg ist tot
14. Albtraum

Alte Kommentare

von gillbert von stein 03.08.2011 22:42

lieber moppi, vieleicht solltest du mal selber texte...wenn amn sich deine vergeistigte rezension durchliest, möchte man glauben...; in dir toben stürme, oder so also voel glück dabei dein meinstein

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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