Plattenkritik

Kyla La Grange - Ashes

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Release Date: 18.01.2013
Datum Review: 03.01.2013

Kyla La Grange - Ashes

 

Soeben knapp am Weltuntergang vorbeigeschlittert widmet man sich in den Vororten Londons schon wieder künstlerisch den kleine(re)n aber wahren Problemen des Alltags. Von Gefühlen, Ansichten und Erzählungen kann logischerweise auch ein Mensch in den Mittzwanzigern ein Lied singen. KYLA LA GRANGE geht auf Nummer sicher – und formt gleich ganze elf daraus.

„Get Up, Get Up / My Heart Is Heavy“ singt die zierliche Britin im Opener „Walk Through Walls“. Dass hier nicht bieder gekünstelt wird, schreit „Ashes“ auf seine eigene Art heraus und bittet um Anhörung: Seicht und flüssig bahnen sich „To Be Torn“ gehemmt und „Courage“ pompös ihre Wege durch die Indiepop- und Glitzertraumwelten, die sich in den Abgründen vor La Grange auftun. Wunderbar beruhigend erinnert ihre Stimme dabei an Großstadt-Modetrends und Zeitlupenaufnahmen des Ozeans.
„I Could Be“ schlurft zunächst in den Sonntagmorgensandalen umher, um sich dann stimmlich und bekennend im Chorus zu behaupten. „Vampire Smile“ nimmt das mitleiden gleitend vorweg und zittert selbstbewusst und erhaben, während sich die Songwriterin unter Einsatz ihrer Stimme und des instrumentalen Backgrounds selbst vorantreibt. „Ashes“ will dabei nicht als Ruhepol missverstanden, noch weniger als Schmalspurplatte abgestempelt werden. Lieber strotzen die Songs vor Dramatik und Atmosphäre, sind in sich gekehrt und entblättern detaillierte, beinahe Opern-artige Ausbrüche.

KYLA LA GRANGE schämt oder fürchtet sich nicht vor geflüsterten FLORENCE & THE MACHINE- oder LANA DEL REY-Bezügen, sie stützt sich mit dem schillernden „Woke Up Dead“ gegen Verderben und Kopie auf und behält sich alle Soundtrack-Skills vor, indem „Been Better“ als unglaublich fotogener Track hervorsticht. Dennoch bleibt „Ashes“ kühl und distanziert, wenn man nicht bereit ist sich zum ausheulen einladen zu lassen. Neues Jahr, neue Hoffnung - also nimmt sich dieses englische Energiebündel mit afrikanischen Wurzeln den Armageddon selbst zur Brust.
Mit dem Herzen in der Hand durch die Wand stolzieren klappt schon mal ganz gut.


Trackliste:

01 – Walk Through Walls
02 – Courage
03 – I Could Be
04 – To Be Torn
05 – Vampire Smile
06 – Woke Up Dead
07 – Been Better
08 – Heavy Stone
09 – You Let It Go
10 – Catalyst
11 – Lambs

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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