Plattenkritik

LUKE - st

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Release Date: 17.06.2011
Datum Review: 30.06.2011

 

Einmal kurz Luft holen: CAPTAIN PLANET, MATULA, ANTITAINMENT, FINDUS, ALLES WEGEN LILLY, VOM SEGELN, 80KM VOR BAGHDAD. Okay, der Atemzug geht länger, darum kann man vielleicht von solcherlei Musik an manchen Tagen einfach nicht genug bekommen. Definitiv kann man ab sofort LUKE aus Hamburg noch mit nennen. Es gibt noch andere Bands mit diesem Namen, aber hier soll die Rede von LUKE von der Elbe sein.

Deutschsprachiger Emopunk vom feinsten. Vielleicht auch Indieemopunk. Für Punk zu feinfühlig, für Indie zu schreiend. Das mit dem Schubladendenken ist häufig auch nicht ganz so einfach. Mit viel Herzblut LUKE ihre aktuelle EP gebaut. Themenschwerpunkt: zwischenmenschliche Beziehungen im privaten Bereich. Darstellungsweise zwischen Sprech- und Schreigesang. Der Gitarrenanschlag locker aus dem Handgelenk, doch die gezupfte E- Gitarre kann sich durchaus streckenweise schon mit AMERICAN FOOTBALL messen. Obacht auf die wundervollen Bassläufe, die auch gerne mal im Vordergrund stehen dürfen. Klare Strukturen, zwischen denen das Chaos spielt und manchmal ein klein bisschen toben darf. Es muss nicht immer alles sofort überschaubar und einsichtig sein.

LUKE machen schon ein bisschen auf cool, klingen dabei aber auf gar keinen Fall gefühlskalt. Emotionen zwischen angenehmer ruhiger, entspannter, hoffnungsvoller Weiche und verzweifelter Ahnung vom drohenden Verlust und der eigenen Hilflosigkeit. Paradebeispiel hierfür auf jeden Fall „Wassermetaphorik“ der einem beim ersten Hören das Herz öffnet wie ein Dosenöffner die Festivalraviolidose. Langsam aber sicher mit der Hoffnung, dass es gleich etwas deftiges, warmes in den kalten Bauch gibt, doch man könnte sich auch mal ordentlich verbrennen. Aber das weiß man ja meistens erst wenn es zu spät ist. Wer meint, dass man Musik nicht mit einer Dose Ravioli vergleichen soll, der soll sich bitte an seine letzte gute Dose Ravioli erinnern oder das, was es früher einmal war. Ravioli können verdammt tröstlich sein. Ebenso wie diese Band. LUKE aus Hamburg sollte man jedenfalls auf dem Zettel haben und das nicht nur, wenn man Festivaleinkäufe tätigt.

Tracklist:
1.Die Sterne
2.Ein Streifen Feuer
3.Wassermetaphorik
4.Kein Liebeslied

Autor

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Jule

Autoren Bio

wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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