Plattenkritik

Lavatch - Mental Deterioration

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Release Date: 27.09.2013
Datum Review: 14.10.2013

Lavatch - Mental Deterioration

 

Seit ihrer Gründung 2005 haben sich die Kölner LAVATCH das Ziel gesteckt, der ihrer Meinung nach ausgewaschenen Hardcore-Szene etwas Spezielles hinzuzufügen. Und nach drei Alben, einer Ep und ihrem Demo verfügt das Quintett über genug Durchschlagskraft, um den brüllenden Löwen einen Knockout zu verpassen. Dabei sind die Einflüsse, die immer wieder in Besprechungen bemüht werden, aber auch offenkundig sind, mit EVERY TIME I DIE und NORMA JEAN gut gewählt worden. Vertrackt, nicht zu verkopft, aggressiv und mitunter derbe nach Querulantentum klingt „Mental Deterioration“, so dass der Titel nicht musikalisch zu verstehen ist. Er gibt jedoch die textlichen Leckerbissen treffend wieder, es geht um Werte, es geht darum, zwischen den ganzen Angepassten auch mal Leckerbissen herauszufischen (“I am sick of black and white / Can you colorize my life?“). Die acht Songs strotzen nur so vor breiter Brust und präsentieren eine Band, die zusammengewachsen ist, die sich spielerisch verbesserte und vor allem mit einer Produktion aufwartet, die das zuvor Geschriebene in krachende Geschosse verwandelte. Es geht im Vergleich zu früher etwas straighter, homogener und leicht melodischer zu. Wir werden halt alle nicht jünger. Es gibt auch einige Momente, in denen ein Gang zurückgeschaltet und sich Zeit genommen wird, Situationen, die wirken sollen, die aber immer wieder von Marco’s engagiertem und im Vergleich zu früher fulminanterem Gebrunfte auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Letztlich ist er das Quentchen mehr und er setzt sich als Waffe bzw. als fünftes Instrument ein, um die Texte mit Nachdruck an die Wand zu nageln. Das dabei Dreck gefressen und auch immer wieder die punkige Rock’N’Roll Attitüde zum Tragen kommt ist LAVATCH genauso hoch anzurechnen wie der geglückte Versuch, intelligente, langlebige und nicht auf Interessengruppen den Arsch abwischen gerichtete Mucke im Hardcorebereich zu stricken.





Tracklist:
1. Realm Of Shades
2. The Tide Is Turning
3. Footsteps
4. In Skills We Trust
5. The Expandable Pawn
6. Rise From The Dead
7. Game Misconduct
8. Emerald City

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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