Plattenkritik

Lavatch - Polygraph

Redaktions-Rating

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Release Date: 16.10.2009
Datum Review: 28.02.2010

Lavatch - Polygraph

 

Was zeichnet eigentlich eine Hardcore-Band aus? Die Härte im Sound? Die Attitüde? Die Energie, die ein paar Jungs (oder Mädchen) in eine gemeinsame Idee stecken? LAVATCH beweisen auf ihrem ersten Album "Polygraph", das sie alle diesen Anforderungen genüge tun.

Einen langen Weg hat LAVATCH hinter sich. Vor knappen fünf Jahren wurde LAVATCH ins Leben gerufen, zwei EPs liegen hinter ihnen, mehrere Besetzungswechsel und schließlich die Arbeit an ihrem ersten Album. Tausende Kilometer haben sie wohl schon hinter sich gelegt, um sich den Ruf als energiegeladene und engagierte Live-Band zu erspielen. Ist es gelungen, diese Energie einzufangen?

Den Auftakt macht der Titelsong Polygraph, der einen guten Einblick auf das bietet, was folgt. Sowohl musikalisch, wo sich LAVATCH im Bereich des chaotischen, vertrackten Hardcore bewegen, als auch textlich. Hier ist wieder ein HC-Album, was kritisiert, was wachrütteln möchte. In Polygraph geht es um die täglichen Lügen, mit denen wir Leben, der Song ist ein Aufruf zur Wahrheit. Auch im professionellen Digipak findet sich dieses Motto wieder: Dort prangt groß der Spruch "A man is always the victim of his truth" des Philosophen A. Camus.

Auf "Polygraph" geht es vertrackt zur Sache, ohne dabei verkopft zu wirken. LAVATCH spielen nicht einfach ihren Stiefel herunter, mehrfach wird man beim hören von "Polygraph" überrascht. So findet sich unter anderen mit Collapse/Elapse ein (beinahe) Instrumental-Track. LAVATCH haben keine Angst davor, Melodien einzubauen, Atmosphärische Momente zu schaffen und ihre Tracks mit Midtempo-Passagen zu erweitern. Leider bremst hier die Produktion einiges aus, an manchen Stellen fehlt den Songs das Druckvolle Gefühl, das durch Instrumente, den keifenden Gesang und die wütenden Texte geschaffen wird.

Der Höhepunkt des Albums heißt Elegy und ist nicht einmal eine Minute lang. „We don’t care if you don’t like it / This is from the bottom of our hearts“ schreien sie heraus. Und man spürt, das sie es ehrlich so meinen.

Ehrlich. So kann man "Polygraph" am besten beschreiben. LAVATCH legen hier ein Debüt vor, das sich sehen lassen kann. Kluge Texte und ausgefeilte Songs werden nur von der etwas schwachen Produktion gebremst. Die Band selbst nennt NORMA JEAN und EVERY TIME I DIE als Einflüsse, und Fans dieser Bands gibt es wohl keinen Weg an LAVATCH vorbei. Jeder, der etwas mit vertracktem Hardcore anfangen kann, sollte sich "Polygraph" zu Gemüte führen.



Tracklist:

1. Polygraph
2. Pass the buck
3. I backed the wrong horse
4. On an empty stomach
5. Rough on remote-control
6. Bigotry by incense
7. Collapse/Elapse
8. Elegy
9. Fastest Lap Trophy
10. Lies, lies, lies and MacGyver
11. Crime scene nursery

Alte Kommentare

von dude 01.03.2010 00:06

kleiner fehler die webadresse ist www.lavatch.de

von loki 01.03.2010 10:29

besser spät als gar nicht.. dennoch bleiben LAVATCH im schatten der großen vorbilder.

von Heinzelmann 01.03.2010 11:07

ja das wird die zeit zeigen ob sie sich behaupten können.... bandname finde ich ein wenig eigenartig aber die mukke ist gut

von Mark 01.03.2010 11:28

Ich find die Jungs echt Top. Sau sympatisch und die Mukke ist auch überdurchschnittlich gut. Werd wohl in Münster dabei sein, wenn sie Venerea Supporten!

von derJulian 01.03.2010 18:03

wat, die spielen mit venerea?? wie geil! passt zwar nicht sooo zusammen das ganze, aber ich steh auf beide bands!

von Alex 01.03.2010 18:56

Super Band, Super Jungs !!! Bleib geschmeidig !!!

von Stefan 02.03.2010 00:19

Jau am 11.03 im Sputnik cafe in ms zusammen mit sidetracked, short und venerea. Eintritt 8 euro! hin kommen!

von dennis 02.03.2010 08:20

würde dem album eher so 6-7 punkte geben, finde ich nicht so stark aber review ist gut, macht spaß zu lesen

von 09.03.2010 23:46

von 12.03.2010 23:09

von jonas 02.04.2010 13:16

copole platte, aber sound nervt gewaltig!

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Torsten H.

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