Plattenkritik

Le Corps Mince de Francoise - Love & Nature

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Release Date: 28.02.2011
Datum Review: 23.02.2011

Le Corps Mince de Francoise - Love & Nature

 

Pop. Wem sich bei diesen drei, respektive ja eigentlich nur zwei Buchstaben schon die Fußnägel hochrollen, der möge bitte jetzt aufhören zu lesen und sich die neue DEFEATER anhören. Die ist nämlich wirklich so gut, wie es der Kollege Rene beschreibt.

Noch jemand da? Ja? Gut. Also: Meine Güte, hat das lange gedauert! Auf ihrer bislang einzigen Deutschlandtour zusammen mit HEALTH und dem sträflich unterbewerteten PICTUREPLANE hinterließen die drei Finninnen (ist das der korrekte Terminus?) mit dem latent umständlichen und für nicht Frankophile auch eher unaussprechlichen Namen LE CORPS MINCE DE FRANCOISE zumindest bei Teilen des Publikums einen ziemlich bleibenden Eindruck. Besonders, weil die Mädels auf der Bühne mehr als nur einmal unerwarteter weise die Noise-Sau durch's Dorf treiben. Jedenfalls war damals die Rede von einem Release des ersten Albums der innerhalb der Blogosphäre schon hinreichend abgefeierten Band binnen der nächsten Monate. Nun: daraus ist dann doch mehr als ein Jahr geworden. Die genauen Gründe entziehen sich hierbei meiner Kenntnis. Dass sich die Arbeit am Songmaterial sonderlich schwierig gestaltet haben könnte, erscheint jedoch eher unwahrscheinlich. Denn genau genommen könnte man die Hälfte des Materials auf "Love & Nature" in leicht abgeänderter Form schon seit mehr als 12 Monaten kennen. Das mag für die Singles-Sammler und iTunes-Alleskäufer nun vielleicht enttäuschend sein, alle anderen könnten sich aber freuen, denn so versammelt das Album nun eben auf etwas mehr als eine halbe Stunde ausgedehnt den bisherigen Output der Band sowie einiges an neuen Songs.

Dabei ist von den schon angesprochenen Rumlärmereien im aufgenommenen Zustand nach wie vor wenig bis gar nichts zu hören. Stattdessen präsentieren LE CORPS MINCE DE FRANCOISE einfach weiterhin das, was sie eben können. Nämlich handliche Popsongs, meist getragen von einer eher simplen, aber stets eingängigen Synthie- oder Gitarrenmelodie und versehen mit eher trashig-charmanten Sprechgesangsparts (von Rap möchte man hier ungerne sprechen) und wirklich gelungenem Gesang. Man höre "Something Golden" und verstehe. Oder schüttel eben den Kopf und gehe weiter. Verpassen würde man dann allerdings die kleinen Details und die wirklich klugen Songstrukturen, die aus einem Song wie "Hard Smile" (einer der noch nicht bekannten Songs des Albums) nicht nur einen weiteren Tanzflächenkracher machen, sondern ihm stattdessen mit wild umher flirrenden Synthie-Flächen und einem bombastisch chaotischen Stimmenwirrwar am Ende zum zugleich melancholischsten wie besten Song auf "Love & Nature" machen. Eigentlich schade, dass sich ein Großteil des restlichen Albums dann doch eher konventionell gibt. Was aber nicht heißt, dass man ja nicht auch an den neun restlichen schönen Popstücken seinen Spaß haben könnte. Eine Menge sogar. Nur die Sache mit der Halbwertszeit, die wird sich noch zeigen müssen. Aber solange die diesen sperrigen Namen vor sich hertragen, so lange bleiben wir wohl von Radio-Dauerrotation dann doch verschont. Puh.

Tracklist:

1. "Take Me To The Mountains"
2. "Gandhi"
3. "Cool And Bored"
4. "Future Me"
5. "Hard Smile"
6. "Something Golden"
7. "We Are Cannibals"
8. "Time (Have I Lost My Mind)"
9. "Beach Life"
10. "Pumping Heart Shaped Thing"

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Manuel F.

Autoren Bio

Eher so der Kumpeltyp.

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