Plattenkritik

Life Long Tragedy - Runaways

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Release Date: 05.02.2008
Datum Review: 21.02.2008

Life Long Tragedy - Runaways

 

"Hardcore is the manifestation of youth", brachte es Dischord-Chef und FUGAZI-Frontmann Ian McKaye einmal prägnant auf den Punkt. LIFE LONG TRAGEDYs Debüt "Destined For Anything" (2005) war genau das. Eine Platte, welche konstant zwischen den Polen juvenile Aufbruchstimmung und Resignation oszillierte, vollgestopft mit mitreißenden, leicht pathetischen Chören sowie dicken, metalverstärkten Breakdowns. "Runaways" - das ließ die Split mit FINAL FIGHT bereits erahnen - ist anders. Hier regiert eher nackte, entwaffnende Atmosphäre als Geschwindigkeit und die Produktion ist sehr viel reduzierter. Der Zweifel, die Frustration und das Aufbäumen gegen die Widrigkeiten des (Tour-)Lebens sind dessen ungeachtet immer noch beständige Kernelemente in den Lyrics des Fünfers aus Kalifornien.

'Call It a Day' ist der perfekte Intro-Track: verhaltene Gitarren und nach 46 Sekunden spielen sich LIFE LONG TRAGEDY in einen wahren Rausch. Beim "Call It a Day"-Crewpart (einem der wenigen auf dem Album) ist sie schließlich da, die Gänsehaut. 'Collecting Dust' zieht den Hörer im Anschluß mit Zeilen wie "on track to an early grave" noch weiter runter um ihn - einmal am Boden liegend - mit Blastbeats (sic!) und phantastischer melodisch-verschrobener Gitarrenarbeit weiter durchzuschütteln. Jene wird auf dem absolut grandiosen 'Hey Death' noch effektvoller eingesetzt und demonstriert eindrucksvoll wie sehr LIFE LONG TRAGEDY als Songwriter gereift sind. Für alle, die das Tempo auf "Runaways" vermissen, gibt es immerhin noch Songs wie 'Youth', welches mit dem leicht formelhaften Songaufbau des Debüts dennoch nicht viel gemein hat. Auf dieser Platte funktioniert viel über Andeutung und Nicht-Ausgesprochenes, was ihr ihren Tiefgang über einen längeren Zeitraum erhalten sollte.

LIFE LONG TRAGEDY zelebrieren auf "Runaways" "Depressions-Core" auf allerhöchstem Niveau und liefern vielleicht genau die richtige Platte für alle diejenigen, die die Entwicklung MODERN LIFE IS WARs hin zu einem eher "punkigen" Sound nicht nachvollziehen wollten und konnten, ohne dabei natürlich die eigene Identität zu leugnen. Well done!

Tracklist:

01: Call It a Day
02: Collecting Dust
03: Hey Death
04: Andromeda
05: Harm
06: Ignoring Lessons
07: Masquerade
08: The Bottomless Hole
09: Sweet Innocence
10: Youth
11: Liars
12: Runaways

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René

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