Plattenkritik

Linkin Park - LP Underground 9: Demos

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Release Date: 05.02.2010
Datum Review: 08.03.2010

Linkin Park - LP Underground 9: Demos

 

LINKIN PARK sind ein Phänomen. Das muss man ihnen lassen. Keine andere Band auf diesem Planeten schafft es, konstant soviele Kopien ihrer Platten abzusetzen, ohne auch hart dafür zu arbeiten. „Hat der da gerade gesagt, LINKIN PARK arbeiten nicht hart?“ – Hat er. Mit „Hybrid Theory“ traten LINKIN PARK vor 10 Jahren einen Hype um sich selbst los und waren kaum zu stoppen. Dass sie selbst von dem Erfolg überrascht waren, sah man daran, dass sie zwei Jahre nach dem Debüt gemütlich eine Remix-Platte veröffentlichten, die so blutleer und überflüssig war, dass sie, so sollte man meinen, eigentlich niemand brauchte. Die Fans aber waren geil drauf. Ein Jahr später erschien mit „Meteora“ dann endlich das zweite Album. Auch „Meteora“ wusste sich gekonnt in den Charts zu platzieren und stellte sich als punktgenaue Kopie des Vorgängers heraus. Der LINKIN PARK Sound ist folglich von hier an verankert und hat sich bis heute nicht verändert. Die Fanbase aber war ebenso verankert. Und sie war hungrig. Hungrig darauf, das ersparte Taschengeld an den Mann bzw. das Management zu bringen. Und jenes hatte sich großartige Späße ausgedacht. Noch 2003 folgte auf „Meteora“ das Live-Album „Live In Texas“, ein Jahr darauf mit „Collision Course“ ein Mash-Up mit dem Hip Hop Magnaten JAY Z.. Neues Material? Fehlanzeige. Man schlachtet seine zwei Alben bis aufs Letzte aus. Drei Jahre danach erscheint Album Nummer Drei: „Minutes To Midnight“. Deutlich ruhiger geht es zu, trotzdem im urtypischen LINKIN PARK Gestus. Man hat eben eine feste Fanbase und jene gilt es zu befriedigen. Selbstverständlich mit allem, was dazugehört. Also folgt erneut ein Live-Album und mit dem vorliegenden „Underground 9 Demos“ eine Demozusammenstellung, die ja zwischen Live-, Remix- und Mash-Up Album zu fehlen scheint. Von acht ausgekoppelten Alben, sind also nur drei wirklich als Album zu titeln, wobei mir auffällt, dass eine reinrassige B-Seiten Compilation und eine Best-Of schon nach dem zweiten Album auf sich warten ließen.

Abgesehen davon, dass LINKIN PARK also ohnehin ihre Fans bis aufs Letzte verarschen, überteurte Merch-Preise verlangen und zum Gähnen langweilige Liveshows bieten, ist bei dieser Compilation der entscheidende Punkt, dass sie lieblose neun Tracks enthält und mit einem Jahr kostenlose Mitgliedschaft im LINKIN PARK Fanclub wirbt. Hat man also gemerkt, dass musikalisch beim x-ten Ausschachtungsprozess nichts mehr zu holen ist? LINKIN PARK bleiben also auf Ewigkeit die unsympathischste Band überhaupt, der man alles Erdenkliche wünscht, hauptsache es hat mit dem Karriereende, oder einer Rückbesinnung auf die Musik zu tun. Ach, falls hier Fans lesen und wissen möchten, wie diese Platte ist: Neun lieblos zusammengehämmerte Songs, aufgenommen in miserabler Tonqualität (jaja, sind ja Demos, authentische Band..) im typischen Klanggewand. Ihr kennt es doch.

Tracklist:

1. A-Six (Original Long Version 2002)
2. Faint (Demo 2002)
3. Sad (By Myself Demo 1999)
4. Fear (Leave Out All The Rest Demo 2006)
5. Figure.09 (Demo 2002)
6. Stick And Move (Runaway Demo 1998)
7. Across The Line (Unreleased Demo 2007)
8. Drawing (Breaking The Habit Demo 2002)
9. Drum Song (Little Things Give You Away Demo 2006)

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Raphael

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