Plattenkritik

Lit - Lit

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Release Date: 01.01.1970

 

Wenn eine gestandene Band mit einem selbstbetitelten Album daher kommt, bedeutet dies zumeist, dass die Band meint ihren eigenen Sound gefunden zu haben und die aktuelle Produktion mehr denn je das repräsentiert, was die einzelnen Musiker mit ihrer Musik ausdrücken wollen. LIT sind definitiv einer dieser gestandenen Bands, die mit "My Worst Enemy" einen gewaltigen Erfolg feierten, sich beim Video zum Song "Miserable" Pamela Anderson ans Set holten und zum Cartoon Kracher "TITAN A.E." den passenden Titelsong schrieben. Stets melodisch, stets punkig waren die Jungs aus Orange County ein Garant für eingängige und radiokompatible Hits und verstanden es ihre Fans von Album zu Album zu begeistern.

Was folgte war ein Prozess der Rückbesinnung. Man wollte sich des leidigen Erfolgsdruck entledigen und ungestört, ohne zeitliche Zwänge der Liebe zur Musik Frönen. Als logische Konsequenz trennte man sich vom Major RCA, mietete sich in eine alte Lagerhalle ein und musizierte nach Lust und Laune. Die selbstbetitelte Scheibe ist das Produkt dieses ganzen Prozesses und die Mannen um Sänger A.Jay Popoff klingen reifer und versierter denn je auf dem Silberling. Sehr viel Rock-lastiger und mit wesentlich mehr düsteren Elementen, als man es von der sonnenverwöhnten Band gewohnt ist, präsentiert sich das Album für alte Fans wohl eher gewöhnungsbedürftig aber dennoch herausragend. Bereits der einnehmende Opener "Too Fast For a U-Turn" der ohne catchy Hooks, dafür aber mit einer gewissen Portion Rotzigkeit der 70er aufwartet ist stellvertretend für den Wandel den LIT vollzogen haben. Erst beim Erklingen der charakteristischen Stimme von Frontmann Popoff ist man sich sicher das LIT Album in den CD Player gepackt zu haben. In den nachfolgenden Tracks zeigt man sich jedoch versöhnlicher mit seiner Vergangenheit und liefert bei Songs wie "Needles And Thread" oder "Forever Begins Right Now" eingängige Melodien und mitreißende Refrains ab. Die Höhepunkte des selbstbetitelten Werkes liegen jedoch definitiv in den Momenten in denen LIT ihre Erfahrungen einbringen und A.Jay Popoff beispielsweise mit der wunderschönen Akustikballade "Lullaby" seinem Sohn ein Lied widmet. Der traurige Abschlusstrack "Bulletproof" fällt ebenfalls in diese Kategorie und handelt von einem Freund, der sich das Leben genommen hat. Ein weiteres Highlight ist die LIT-mäßig umgesetzte Coverversion vom THE CURE Song "Pictures Of You". LIT ist mit ihrem aktuellen Album ein großer Schritt nach vorne gelungen. Fans sollten sich definitiv die Mühe machen und der Scheibe einige Hördurchgänge zu geben, es lohnt sich. Als kleinen Bonus kommt das Album mit einer DVD daher, die einen Ausblick auf die anstehende LIT DVD gibt und natürlich Musikvideos enthält.

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Torben

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Allschools Chef

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