Plattenkritik

Logh - North

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Release Date: 05.04.2007
Datum Review: 03.04.2007

 

Ein paar Sonnenstrahlen brechen zaghaft durch die grauen Wolken. Die Menschen fangen langsam wieder an zu lächeln. Die Wintermäntel werden eingemottet. Der Frühling ist da. So Einfach? Nein, nicht mit LOGH.

Auf ihrem vierten Album reiten die Schweden um Mattias Friberg tapfer in die Schlacht gegen den Frohsinn. Der dichte, herzerweichende Indie-Pop/Rock wurde diesmal durch ein stark in den Vordergrund tretendes Klavier ergänzt, das tatsächlich gut mit den folkigen Songs harmoniert und „North“ eine orchestrale, feierliche Note verleiht. Man muss sich schon einlassen auf diese Musik, nebenbei gehört verlaufen die sanften Kompositionen zu schnell in Beliebigkeit. Wer sich jedoch fallen lässt in die Welt der 6 Schweden, kann 10 kleine, wärmende Charakterstudien in Moll finden, über das Leben und das Leid.Vergleichbar mit den Trauerklößen von DEATH CAB FOR CUTIE, und thematisch den SHINS nicht unähnlich, erinnert doch „Death To My Hometown“ textlich an „New Slang“ (das von Natalie Portman in „Garden State“ doch immerhin als Leben veränderndes Lied gepriesen wird).
Treibend schwingt sich so etwa „The Black Box“ empor, wird immer stärker, bis alles verklingt, nur noch die glasklare Stimme Fribergs übrig bleibt und zerbrechlich wie ein Eiskristall „I’m going away“ intoniert. Solche wunderbaren Momente lassen sich hier glücklicherweise noch viele finden – wenn man sie denn sucht.

Den Kampf gegen die neue Jahreszeit werden LOGH wohl nicht gewinnen können. Aber der Versuch an sich ist wunderbar romantisch – und empfehlenswert.



1. Saturday Nightmares
2. Weather Island
3. The Invitation
4. All The Trees
5. Death To My Hometown
6. The Black Box
7. Forest Eyes
8. Thieves In The Palace
9. Sometimes
10. A New Hope

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Dennis

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