Plattenkritik

Lonely The Brave - Backroads EP

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Release Date: 04.10.2013
Datum Review: 05.12.2013

Lonely The Brave - Backroads EP

 

Im Gegensatz zu einem erheblichen Teil aktueller britischer Erzeugnisse die sich epischem Rock, Post- oder Herzschmerz-Teeniecore verschreiben macht "Backroads" einiges richtig. Bonuspunkte weil Debütstatus lehnen David Jakes, Joel Mason, Gavin Edgeley, Mark Trotter und Andrew Bushen dankend ab - und tatsächlich trieft hier die Musik, und kein ueberschuessiges Produktionsfett.

LONELY THE BRAVE sind für ihren ersten Output eigentlich schon viel zu lange dabei, haben zu viele (interne) Erfolge verbuchen und zu viele Bühnen bespielen dürfen. Die "Backroards" EP hält sich da mit lediglich vier Songs sehr bedeckt. Beim eröffnenden Titelstueck vermutet der erste Eindruck melodischen Stadionrock zwischen neuen FUNERAL FOR A FRIEND und etwas unterforderten BIFFY CLYRO. "Black Saucers" trampelt aufgeregt und kurviger umher - David Jakes braucht gesammelte Gesangskräfte um seine Band erst nach einer vollen Minute wieder beruhigen zu können. Wie auch beim zögerlichen "Deserter" gelingt dem Frontmann der Band aus Cambridge das mit Leichtigkeit und einer willkommenen Ruhe.

Stimme und Handwerk auf dem Erstling von LONELY THE BRAVE sind wandlungsfähig, tasten sich sogar mal ins Progressive vor und wirken nicht von vornherein festgefahren. "Backroads" klingt daher vielschichtig und selbstbewusst - wenn auch nicht selten sehr vertraut. In lauten Momenten eignet sich der Sound der Briten noch immer zum Tagträumen, der abschließende Ruhepol "Hope There's Someone" meint es dann etwas zu gut mit seiner gehauchten Hoffnung. Ein weiterer Umschwung hätte dem Finale der EP einen großen Gefallen getan - druckvolle Vorbereitung auf LONELY THE BRAVE in Albumlänge leistet die "Backroads EP" dennoch.


Trackliste:

1. Backroads
2. Deserter
3. Black Saucers
4. Hope There's Someone

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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