Plattenkritik

Long Distance Calling - The Flood Inside

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Release Date: 01.03.2013
Datum Review: 02.03.2013

Long Distance Calling - The Flood Inside

 

Auf zu neuen Ufern heißt es bei den Münsteranern von LONG DISTANCE CALLING. Versuchte man sich auf den letzten Alben nur ab und zu an einem Song mit Gesang, hat man nun einen festen Sänger mit an Bord, der auf der Hälfte der neuen Lieder zu hören ist. Martin Fischer ist dabei kein Unbekannter, viele werden ihn noch als Frontmann von FEAR MY THOUGHTS in guter Erinnerung haben.

Angst vor großen Veränderungen muss der gemeine Fan jedoch nicht haben. LONG DISTANCE CALLING machen immer noch Post-Rock, spielen diesen immer noch songdienlich und stehen dem verschwitzen, kleinen Club immer noch näher als der bestuhlten Konzerthalle. Als Überraschungsgast darf man auf „The Flood Inside“ ANATHEMAs Vincent Cavanagh begrüßen - der, zusammen mit dem Norweger Petter Carlsen, „Welcome Change“ Dank seiner außergewöhnlichen Stimme zu einem der Highlights der Platte macht. Hier muss Martin Fischer leider einmal zurückstecken. Dieser schlägt sich auf „seinen“ Tracks („Inside The Flood“, „Tell The End“ und „The Man Within“) dafür aber ähnlich gut wie der Brite. Durch starke Refrains und eine variable, gefühlvolle Stimme ergänzt er das instrumentale Fundament unglaublich gut und wirkt zu keiner Zeit wie ein Fremdkörper. Der beste Song des Albums ist jedoch ein Instrumental-Track. Die Rede ist vom Opener „Nucleus“, welcher sich im Laufe seiner Spielzeit weiter zuspitzt, um sich kurz vor Ende mit einem phantastischen Solo des Bluesgitarristen Henrik Freischlader zu entladen – ganz großes Post-Rock-Kino. Getrieben, von einer organischen Produktion, schaffen es LONG DISTANCE CALLING nicht nur in diesem Lied im Kopf des Hörers stetig neue Bilder zu erschaffen. Die Einsätze von Martin Fischer sind dabei wie ein zusätzliches Instrument zu sehen, was das Songwriting der Norddeutschen um eine weiter Facette ergänzt und sie in ihrem Entwicklungsprozess einen Schritt nach vorne bringt.
Sicherlich wird es unter den Fans der Band auch ein Lager geben, welches die Kursänderung nicht so positiv annimmt – diese Gruppe kann sich aber ruhigen Gewissens auf die vier Instrumental-Lieder stürzen, die natürlich auch gewohnt hohe Qualität bieten.

Alte Kommentare

von also... 03.03.2013 16:42

also ich finds richtig schlecht.... war (instrumental) eine so gute band. hat mir richtig gut gefallen. jetzt (vllt wegen dem gesang?) ist es nur noch langweilig. der sänger klingt kacke und alles klingt nach chart-rock....

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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