Plattenkritik

Lostprophets - Weapons

Redaktions-Rating

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Release Date: 30.03.2012
Datum Review: 09.05.2012

Lostprophets - Weapons

 

Ob The Blackout oder Young Guns – die meisten der „neueren“ britischen Bands sehen LOSTPROPHETS als Vorreiter und oft auch als Inspiration an. Ihren Titel als eine der größten Rockbands Großbritanniens wollen Ian Watkins und Co. nun mit ihrem fünften Studioalbum erneut belegen.

Nachdem erste Songideen in Norfolk, UK gesammelt wurden, ging es für die Band nach Los Angeles um dort ihre Ideen zu vollenden und im Februar 2011 in den NRG Studios aufzunehmen. Nun, etwas über ein Jahr später, steht das fünfte Studioalbum der Waliser in den Regalen.

Während der Albumtitel „Weapons“ und auch einige Songtitel wie „Bring Em Down“ oder „Another Shot“ auf eine etwas härtere Gangart im Vergleich zu den vorherigen Werken „The Betrayed“ (2010) und „Liberation Transmission“ (2006) schließen lässt, so wird jedoch schnell klar, dass dies nicht der Fall ist und das Sextett seinem Stil mehr als treu geblieben ist.

„Bring Em Down“, der Opener der Platte fängt zwar mit einem treibenden Schlagzeugbeat an, geht dann jedoch überraschend schnell in elektronische Klänge über, die man eher einer Band wie Enter Shikari zuordnen würde. Watkins Stimme ist passabel – ihm fehlt jedoch „das besondere etwas“. Trotz dessen eignet sich der Chorus mit dem Chorgesang sicher gut als Anheizer bei Liveshows.

Der Chorgesang wird auch gleich beim nächsten Song „We Bring an Arsenal“ weitergeführt. Ein poppiger Song, bei dem natürlich der Lostprophets-typische hymnische Chorus nicht fehlen darf.

Pop-Rock Songs mit hymnischen Refrains – damit ist eigentlich so gut wie die ganze Platte beschrieben. Als Ausnahmen sind hier nur „Another Shot“ und „Better Off Dead“ zu nennen. „Another Shot“ ist ein Song der sich langsam aufbaut um dann in einem melodischen Chorus zu gipfeln, dem jedoch vollkommen die Tiefe fehlt. Während sich der Text zwischen Enttäuschung und Zuversicht bewegt, scheint Watkins nichts dergleichen zu fühlen.

Abwechslung wollten Lostprophets wohl mit „Better Off Dead“ erzeugen, indem die Strophen mal nicht gesungen sondern „gerappt“ werden. Es sei jedem selbst überlassen ob dies als interessante Weiterentwicklung oder eher das Gegenteil zu beurteilen ist. Auf jeden Fall positiv zu bewerten ist das schnelle, etwas härtere Intro des Songs, das den Hörer zwischen all den recht eintönigen Songstrukturen kurz aufhorchen lässt.

Bei „Heart on Loan“ ist das experimentieren dann auch schon wieder vorbei und es folgen die üblichen, erwarteten Strukturen.

Song Nummer Neun ist sie dann, die Quotenballade! „Somedays“ schwächelt nicht nur was den sehr flachen Gesang in den Strophen angeht sondern auch im Bezug auf das Gefühl und die Emotionen. Der Song handelt von Liebe, davon dass alles noch so schlecht sein kann, wenn man nur die richtige Person bei sich hat. Doch auch bei diesen eher tiefgründigen Lyrics schafft es Watkins nicht, den Hörer mit seinem Gesang in den Bann zu ziehen. Es bleibt bei angenehmer Hintergrundmusik.

Abgeschlossen wird „Weapons“ mit dem Titel „Can’t Get Enough“ der noch einmal als Musterstück eines typischen Lostprophets-Songs fungiert.

Nach etwas über 51 Minuten sind alle Songs gehört. Als Fazit: ein radiotaugliches Pop-Rock Album, mit zehn durchschnittlich guten Songs. Was fehlt sind eindeutig Highlights – Lostprophets-Fans werden auch dieses Album mögen, jedoch einen Hit wie „Last Train Home“ vergeblich suchen.

Um ein Vielfaches interessanter als das Album an sich sind drei der fünf Bonustracks auf der Special Edition von „Weapons“. Unter dem Titel „Garage Sessions“ spielen Lostprophets die Songs „Save Yourself“, „The Dead“ und „If You Don’t Stand for Something, You’ll Fall for Anything“ und zeigen in diesen drei Werken eine rauhere, wesentlich emotionalere Seite.

Setlist „Weapons“
1. Bring Em Down
2. We Bring an Arsenal
3. Another Shot
4. Jesus Walks
5. A Song for Where I’m From“
6. A Little Reminder That I’ll Never Forget
7. Better Off Dead
8. Heart on Loan
9. Somedays
10. Can’t Get Enough

Setlist „Weapons“ Special Edition
1. Bring Em Down
2. We Bring an Arsenal
3. Another Shot
4. Jesus Walks
5. A Song for Where I’m From“
6. A Little Reminder That I’ll Never Forget
7. Better Off Dead
8. Heart on Loan
9. Somedays
10. Can’t Get Enough

1. The Dead (Garage Sessions)
2. Save Yourself (Garage Sessions)
3. If You Don’t Stand for Something You’ll Fall for Anything (Garage Sessions)
4. Another Shot (Demo)
5. Bring Em Down (Russel Bloc Party Remix)

Alte Kommentare

von fail 09.05.2012 16:54

hm, noch so ne klischee-ausverkaufs-180-grad-musikrichtungs-wechsel-band. die ersten drei alben warn noch ganz ok. naja, so is das halt immer

von ha! 09.05.2012 18:52

Na wenn die ersten drei Alben für dich ok waren wird ja langsam klar was für ein Trottel du bist!

von Flop 09.05.2012 22:47

The Betrayed fand ich wirklich richtig gut, da mit härtern Songs Destry / Destry, Next Stop Atrocity, ultra hymischen Liedern wie AC Ricochet, Where We Belong oder Sunshine oder guten Balladen wie Darkest Blue die gesamte Palette abgedeckt wurde. Weapons wirkt einfach wie ne ultra schlechte B-Seite dessen. Die Bonus Songs sind dennoch gut, mehr Geschwindigkeit und vereinzelnte Shouts lockern die Sache erheblich auf.

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Laura

Autoren Bio

Laura aus Bremen

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