Plattenkritik

Love Is All - Two Thousand And Ten Injuries

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Release Date: 16.04.2010
Datum Review: 20.04.2010

Love Is All - Two Thousand And Ten Injuries

 

 

'All Is Love' hieß es zuletzt auch bei Karen O auf dem 'Where The Wild Things Are' Soundtrack und die Sängerin der Yeah Yeah Yeahs ist als erste Assoziation gar nicht mal so weit weg von der Musik auf TWO THOUSAND AND TEN INJURIES. Josephine Olausson, ihres Zeichens Sängerin der Band LOVE IS ALL, lässt sich nämlich problemlos in eine Reihe mit ihr Stellen und wir könnten auch noch Laura-May Carter, Regina Spektor und ein Quäntchen der Casady-Schwestern hinzufügen. Alle hier genannten Frontfrauen lassen sich zwar von unterschiedlicher Musik unterlegen, zeichnen sich aber trotzdem durch Selbstbewusstsein und eine gute Portion Extravaganz aus.

Die Songs auf dem dritten Album der Göteburger Band lassen sich am besten als Indierock mit einem ordentlichen Pop-Anteil beschreiben. Teilweise wilde und treibende Rhythmen treffen auf sich anschmiegende Gitarre, welche im nächsten Moment auch zupacken können. Der Einfluss des derzeitig immer noch omnipräsenten Afro-Beat-Hypes, lässt sich auch bei LOVES IS ALL nicht ganz von der Hand weisen. Er kommt aber nie so schnöselig daher wie bei Vampire Weekend. Das mag unter anderem daran liegen, dass hier und da auch mal die Zuneigung zum Punk gezeigt wird und der ganze Klang des Albums relativ Lo-Fi gehalten wurde.

Aufgenommen wurde TWO THOUSAND AND TEN INJURIES in aller Ruhe mit einer alten 24-Spur-Analog-Tonbandmaschine und man ist überrascht was auf vierundzwanzig Spuren nicht alles passt. Jedenfalls war genug Platz für schön eingesetzte Bababa-Chöre oder ein cheesy Saxophone. Was sich zunächst erschreckend und fies anhört fügt sich aber perfekt in den Sound des Albums ein. Bei 'The Birds Were Singing With All There Might' gibt es sogar eine klasse Reminiszenz an das Miami Vice Intro, welches später in einen, an The Go! Team erinnernden, Instrumentalpart übergeht.

Über diesen im Endeffekt doch sehr homogenen Sound singt Josephine Olausson ihre Alltagsbeobachtungen hinweg oder sie verarbeitet Beziehungskrisen. Wobei sie selten auf schon ausgetrampelten Pfaden wandert. So handelt 'Less Than Thrilled' davon das sie ihre eigenen Reize überschätzt hat und davon mittelmäßig enttäuscht ist. 'Early Warnings' beschreibt hingehen einfach zu gut einen Tag, welchen man besser im Bett verbracht hätte, da man sich beim Aufstehen schon den Schädel anhaut.

Zum Abschluss überkommt einen nochmal ein heftiges Lachen, da die Keyboard-Melodie auf 'Take Your Time' mehr als nur eine Hommage an Coolio's 'C U When U Get There' ist, die Synthese aber funktioniert. Aber auch über das ganze Album hinweg bilden der Gesang und die Musik von LOVE IS ALL eine schöne Einheit. Ein mehr als guter und kurzweiliger Indie-Pop-Rock-Bastard der Spass macht.

Tracklist:
1. Bigger Bolder
2. Repetition
3. Never Now
4. Less Than Thrilled
5. Early Warnings
6. False Pretense
7. The Birds Were Singing With All Their Might
8. Again, Again
9. Kungen
10. A Side In A Bed
11. Dust
12. Take Your Time

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Kilian

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