Plattenkritik

Lucas Renney - Strange Glory

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Release Date: 22.10.2010
Datum Review: 08.12.2010

Lucas Renney - Strange Glory

 

Langsam schleichen sich die Töne an. Hinterlassen lediglich sanfte Spuren im Schnee mit einem leisen Knistern. Es wird geschmachtet, geliebt und sich den Sehnsüchten hingegeben, aber nie übertrieben. Lucas Renney kann sich und seine Mitmusiker im Zaum halten. Die Schlagzeugbesen scheinen förmlich Angst vor der Snaredrum oder den Becken zu haben. Nur die beruhigende Stimme dringt, mitsamt der Gitarre, deutlich ans Ohr. Der Rest ist verhuscht, wenig fassbar, versteckt sich unter weißen Bettlaken.

Strange Glory hat einen großen Jubel im NME ausgelöst, aber was tut das derzeit nicht auf der Insel. Alle Steine, seien sie noch so klein, werden umgedreht, um den nächsten Newcomer hochzujubeln und abzufeiern. Allein das löst schon fast eine Reaktanz bei mir aus, eine unbewusste Abwehrmauer wurde zwischen mir und dem Album hochgezogen. Zu Unrecht! Natürlich wird hier im Endspurt kein Album des Jahres mehr vorgelegt, aber es kann die kalten Zehnen nach einem kalten Spaziergang im Schnee schön aufwärmen, um nur wenige Sekunden später wieder in die kalten Abgründe der Beziehungen abzutauchen.

Öfters kommt der Gedanke an ’Burn The Furniture’ von Savoy Grand, welche man auch mit ruhigen Gewissen als Meister der Stille und Langsamkeit bezeichnen kann. Auch bei Lucas Renney würden die Augenlider nur zu gerne häufiger runterklappen. Ledigliche ’Rising Soul’ wirbelt etwas Staub auf, aber will man das überhaupt, oder möchte man sich nicht doch lieber in eine warme Decke voller behaglicher Melodien hüllen und in Halbschlaf versinken?

Tracklist:

1. As The Night Gently Falls
2. How I Wanted You
3. She Gives Me The Chills
4. A Tear In The Sea
5. Oh, My Pretty One
6. Think Of Me Kindley
7. Lord Knows I Do
8. I Will Abide
9. Other Men
10. Rising Soul
11. These Same Stars

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Kilian

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