Plattenkritik

Maddox - Gimme, Gimme

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Release Date: 29.06.2007
Datum Review: 08.06.2007

Maddox - Gimme, Gimme

 

Russ Meyer (Gott habe ihn selig) ist nicht nur für einen bierseligen Filmabend und ausgelassene Stimmung gut, nein, auch für die Bandgründung eignen sich die Werke des „von einem bestimmten, weiblichen Phänotyp“ besessenen Regisseurs ganz hervorragend. So auch MADDOX aus Saarbrücken.

Die Band wurde zwar offiziell nach einem DINOSAUR JR. Konzert gegründet, von 90er Noise und Grunge ist MADDOX dann aber eher weit entfernt. Stattdessen klingt das Trio, als ob sie direkt aus dem kleinen Radio eines der Rowdies in Meyers „Motorpsycho“ gehüpft sind, und das Motorradmädchen auf dem Cover thront auf ihrer Maschine wie eine herrische Erica Gavin oder eine bösartige Varla aus „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“.

Die 60er sind omnipräsent, sei es im Pop-Art Artwork oder den rumpeligen Garagenklängen, die mit einer dicken, schmutzigen Staubschicht beschmiert sind. MC5 und die STOOGES, Motorräder, die Wüste, all das schienen wichtige Inspirationspunkte für die teils minimalistischen Lieder. Nur selten werden die Songs um etwas modernere Komponenten erweitert, etwa wenn Michael Bauer den Schmalspur Kiedis in „Franc (Eaglebauer Enterprises)“ gibt.

Die Songs selber lassen uns teilhaben an haarsträubend blödsinnigen Weisheiten, die einfach zu unterhaltsam sind, um sie auszulassen. „If Satan gets you/He will treat you bad“ (aus dem klagenden „60s Flower Pussy Power“). „Bad Orgasms are hard to fake“, endlich spricht es mal jemand aus! Oder wie wäre es mal mit simplizistischen Liebeserklärungen? Auch die gibt es hier in „I Love you“: „Beacause of you /I feel so blue/ because I do/You are so cool/ I love you“ (das war dann auch der gesamte Text des Dreiminüters). Das ist so sinnentleert, man muss es einfach mögen.

MADDOX haben wirklich viel mit einem Russ Meyer Film gemeinsam. Sie sind unterhaltsam, sie machen Spaß, sie passen zu Bier, genauso wie zu bunten Cocktails und zu Motorrädern sowieso. Letztendlich unterscheiden sich MADDOX in nur einer Hinsicht von Meyer: Sie versuchen nicht in all der kultigen Trash Atmosphäre einen Funken Bedeutsamkeit und relevanter Aussage zu bringen und sind damit ebenso wie die Filme des verkannten Meisters: pure Geschmackssache.


1.Mr.Brown
2.Super Soft Sally
3.Franc (Eaglebauer Enterprises)
4.I Love You
5.(Nothing But) High School Dance
6.60s Flower Pussy Power
7.336
8.The Anti (Protest) Song
9.Hug Me Till You Drug Me, Honey
10.Anyway
11.Last Exit

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Dennis

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