Plattenkritik

Make Do And Mend - Part And Parcel

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 20.11.2011
Datum Review: 06.12.2011

Make Do And Mend - Part And Parcel

 

Keine leeren Versprechen aus dem Hause der Neuengländer mit grantiger Kinderstube: Nach dem phänomenalen „End Measured Mile“ wird – ganz dem Bandnamen entsprechend - eine überbrückende EP zusammengezimmert, die trotz der überschaubaren Tage bis Weihnachten nicht nach einem reinen Hinhaltungs- oder Taschengeldaufbesserungsprojekt klingt.

Ebenso überschaubar dürfte die Zahl derer sein, die „Part And Parcel“ in seiner limitierten Vinylerstform mit funktionierendem Uhrwerk (!) ihr Eigen nennen können – aber auch ohne Details zur fortschreitenden Tageszeit können MAKE DO AND MEND in akustischer Kurzfassung alter, neuer und fremder Tracks nicht nur in aller Münde, sondern auch in aller Ohren überzeugen. „Unknowingly Strong“ eröffnete bereits das Debütalbum brilliant und findet als erstes seinen Platz mit swingend leisen Drums und der hier beinahe reserviert glatten Stimme von Sänger James Carroll. Statt stumpfen Vorträgen mit lediglich einer seelenlosen Akustikgitarre bauen genauso „Ghostal“ als auch das gewaltige „Transparent Seas“ auf umarrangierte Vocal-Licks und zarte – aber weitreichende Instrumentierung, bevor TOUCHÉ AMORE´s „Home Away From Here“ einer Komplettwäsche zum Opfer fällt. Zu gern und ohne Rumoren nimmt man auch Carroll die lyrischen Schätze aus der Feder seines Kumpels Jeremy Bolm in ruhiger und melancholischer Stimmung ab – das Ergebnis mit fast doppelter Spielzeit klingt, als wäre es MAKE DO AND MEND direkt auf den Leib geschnitten. Sehr roh und flach produziert kommt „Coats“ mit schwebenden Slides und marschierender Snare trotzdem eben und ehrlich um die Ecke, bricht in einen Folk-Ausflug des Quartetts aus und lässt genau wie „Untitled“ auf neuen Output der Herren hoffen, welcher sich bereits über das Hause Rise Records für´s Folgejahr ankündigte.

Um aus der Rage und dem wütenden Druck von „End Measured Mile“ einen direkten und sicheren Weg hinaus zu finden, hält „Part And Parcel“ somit brav die Hand auf und bittet zu Recht um Ohr und Verstand. „Believe Me When I Say, That There Will Always Be Cold Days...“ Egal, MAKE DO AND MEND sind mit ihrem Output wohlige Heizung und dampfender Punsch in einem. Kalt werden ist diesen Winter woanders.


Trackliste:
1. Unknowingly Strong
2. Ghostal
3. Home Away From Here
4. Transparent Seas
5. Coats
6. Untitled

Alte Kommentare

von Fabian 06.12.2011 18:18

habe mir als Unknowingly Strong released wurde viel mehr erhofft. finde der rest der ep schwächelt dann doch ein wenig. untitled hingegen dann wieder gut.

von Strangeguy 07.12.2011 17:47

ich finde auch, dass es sich um einen ziemlich lustlosen Aufguss handelt. Die Vermutung liegt nahe, dass man schnell aus dem Vertrag mit P+P (üblicherweise über zwei Releases) raus wollte, um fix für die nächsten Alben bei Rise Records zu unterschreiben....

von Sascha 08.12.2011 10:10

Bei TRANSIT fand ich's lahm, hier find ich's sehr gelungen, weil man die Songs mit viel Liebe zum Detail wirklich NEU interpretiert hat. Sind einfach grandiose Musiker.

von tob 11.12.2011 00:43

Ich finds irgendwo so in der Mitte. Dank seiner Stimme kann da auch akustisch nicht viel schief gehen. Elektrisch dennoch irgendwie betörender.

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media