Plattenkritik

Manifestation - Burden Of Mankind

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Release Date: 15.02.2010
Datum Review: 25.06.2010

Manifestation - Burden Of Mankind

 

Als Einleitung muss ein altes deutsches Sprichwort herhalten: "Kein Schwanz ist so hart wie das Leben!" Das sehen auch die Saarländer MANIFESTATION so und würgen sich bezüglich des gesellschaftlichen Drecks kräftigst aus. Die Geplagten gründeten sich Mitte der 90er umgeben von Arbeitermilieu, folglich fallen Songtitel wie "My Vendetta", "Fate" oder "Get to the Bottom" auf ihrem dritten Album. Um den Titel dann auch noch plakativ zu gestalten, wurde "Burden Of Mankind" gewählt (so etwas wird neudeutsch "Add On" genannt). Gar nicht auszudenken, was dort gestanden hätte, wenn MANIFESTATION nicht aus dem beschaulichen Saarlouis, sondern in Neukölln Inspiration für ihre Songtexte gesaugt hätten...

Musikalisch ist der Drops relativ schnell gelutscht, 90er New York Anleihen, die mit viel Leiden den Spagat zwischen metallischem Hardcore und hardcorelischem Metal zugunsten ersterem schafft. Am Songwriting ist gut zu erkennen, dass MANIFESTATION mit TERROR, MADBALL, AGNOSTIC FRONT und HATEBREED ihre ersten musikalischen Erfahrungen gesammelt haben. "Mosh And Go" aber nicht bis zum Erbrechen, denn "Burden Of Mankind" kann auch intensiv werden und glänzt (bitte "Burden / Redemption" bestaunen) ab und zu mit den im modernen Hardcore längst überstrapazierten klaustrophobischen Stimmungsbildern (um nicht das Wort "weinerlich" benutzen zu müssen). Wenn dann auch noch die oft berücksichtigten Crew Shouts ganze Refrains übernehmen wird klar, dass es sich bei diesem Album um ein über dem Reifeprozess einer Standardband liegenden Produkt handelt. Das vorletzte Wort geht daher an MANIFESTATION: "Fight for your class, not for your country. End racism and take a stand." "Mahlzeit!" sagt da der Mann aus dem working-class environment

Tracklist:
1. The Spark
2. Maintain Course
3. My Vendetta
4. Leave Me Alone
5. Fate
6. Misanthropic
7. This Is for Us
8. Due to Friendship
9. Burden / Redemption
10. Catch 22
11. No Impact Felt
12. Watered Down
13. Get to the Bottom

Alte Kommentare

von pfälzer 29.06.2010 17:47

stimmt allen menschen aus kleineren orten scheint die sonne aus'em arsch

von @pfälzer 29.06.2010 17:54

zumindest sollten sie nicht so dolle auffe kacke hauen

von Tobe 29.06.2010 18:01

der terminus arbeiterklasse gehört mit zum grössten schwachsinn was es gibt....

von Tobe 29.06.2010 18:02

und ja, mein deutsch auch haha

von @Tobe 29.06.2010 18:05

früher gab es eine lohnsteuer und eine einkommensteuer. die gesellschaft wurde aufgeteilt in arbeiter und angestellte. warum bitteschön sollte das schwachsinn sein?

von pfälzer 29.06.2010 18:07

mehr so, angepasst und genauso wie man sich die musik von menschen von dort so vorstellt oder wie!? denn es gibt ja schicksalsschläge oder arbeitslosigkeit oder krankheiten....etc. wohl dann nur in neukölln oder wie?! nee ernsthaft, wollt damit nur sagen es ist sehr oberflächig menschen danach zu beurteilen wo sie herkommen. waren nur meine 50 cent dazu, danke und tschö ;-)

von justfools.de 29.06.2010 22:49

metallischer Hardcore? toughguy? So ein Bullshit...Allschoolsreviewer haben alle Borderline...aber zwischen Ritual und toughguy gibts auch noch ein Mittelding: straighten, authentischen Hardcore-wie hier die neue Manifestation- top Scheibe. allschools ist lächerlich.

von Marv 30.06.2010 08:38

Kann ich nur zustimmen! Hab sie zusammen mit Tackleberry live gesehn und muss sagen, die Jungs sind richtig gut. Ehrlicher Hardcore ohne Schnörkel. Hat mich bisl an alte Hatebreed erinnert, aber nix von Toughguy-Gehabe oder ähnlichem. Hoffe, die Platte spiegelt die live Leistung wieder!

von hxc 02.07.2010 10:46

Finde es ist eines der besseren Hardcore Alben in 2010 und live waren sie auch überzeugend.

von tough guy gehabe? 02.07.2010 11:12

wer hat denn davon geredet? aber die mucke geht musikalisch in diese richtung. und schlecht ist sie auch nicht, steht da ja auch nicht

von ... 02.07.2010 13:50

die Mucke geht musikalisch nicht in diese Richtung

von Clement 02.07.2010 14:21

Ich wollte mit dem tough guy satz niemandem zu nahe treten. Ich meinte die 90er NY Szene, die m. E. Pate stand.

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Ich fühle mich zu alt

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