Plattenkritik

Manowar - Battle Hymns MMXI

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 13.12.2010
Datum Review: 17.12.2010

Manowar - Battle Hymns MMXI

 

Wisst ihr eigentlich, wie viele CD’s ihr im Regal habt? Ich habe ziemlich viele! Wisst ihr denn auch, welche eure erste war? Meine erste CD, die mittlerweile totgehört wurde, war das MANOWAR Debüt "Battle Hymns". So viel zum Stellenwert dieses Juwels in meiner Sammlung...

Die ersten Alben der Amerikaner (und einzig echten Männer auf dieser Welt!) gehören nach wie vor zur Pflichthörtüre jedes Metalmaniacs, allen voran das Jahrhundertwerk und Debüt "Battle Hymns" aus dem Jahre 1982. Mittlerweile allerdings ist die Band nur noch ein Schatten ihrer selbst und vollständig zum Komödienstadl eines Joey de Maio verkommen. Der hat sich dann auch irgendwann einmal in den Kopf gesetzt, das erste Album seiner Band neu einzuspielen. Diese Idee ist nicht neu und zeigte in der Vergangenheit ab und zu gute (TESTAMENT, ANTHRAX) und meistens schlechtere (z. B. EXODUS) Resultate, aber immerhin war es sehr spannend, das Ergebnis in Form von „Battle Hymns MMXI“ in den Händen zu halten und (ehrlich zugegeben!) sehr erwartungsfroh abzuspielen.

Zunächst fällt das verbesserte Coverartwork (natürlich goldener Bandschriftzug!) positiv auf, auch das Innenleben in Form des Booklets ist nicht völlig lieblos gestaltet worden (u. a. herrliche Bilder der Band aus den Anfangstagen im Nordmänner look). Aber schon beim Titel die erste Frage: Warum „Battle Hymns MMXI – 2011“, wenn das Album bereits Ende 2010 erscheint? Warum erscheint es eigentlich nicht 2012, denn dann feiert die Band ihren 30-jährigen Geburtstag? Warum sind die Recording Sessions ohne den ursprünglichen Gitarristen Ross the Boss durchgeführt worden, zumal dieser neben Joey hauptverantwortlicher Songschreiber und Gründungsmitglied war? Dann entsetzen und ein nochmaliger Blick auf die Informationen in der CD: Tatsächlich, für die Produktion war Joey himself verantwortlich. Ein Hauptgrund der Neu-Einspielung sei die verbesserte Technik heutzutage gewesen, ein MANOWAR Fan habe einen Anspruch darauf, den Klassiker in einem modernen Gewand erleben zu dürfen. Aber warum dann eine solche, typisch de Maio’sche Klangverunstaltung? Viel zu sehr hau drauf als filigran, viel zu sehr Bombast als wirklich Druck. „Battle Hymns MMXI“ kling daher viel zu dick aufgetragen und zu künstlich. Und: Das Original war Metalrock, da traten sie noch Arsch und genau diese rockig bissige Wut wurde perfekt in Szene gesetzt. Davon ist 2010 leider überhaupt nichts mehr übrig geblieben, so dass Metal-Legenden wie „Metal Daze“, „Shell Shock“ und „Manowar“ wie zahnlose Tiger klingen, die einen erdrücken, aber nicht die Rübe abbeißen können. Auch Eric Adams, nach wie vor ohne wenn und aber einer der besten Metal Sänger überhaupt, kann seinem Niveau von 1982 kaum noch das Wasser reichen. Anstatt mit seinen unglaublich hohen, dennoch sehr brutalen Screams zu arbeiten, setzt er auf tiefere Regionen und zeigt damit, dass er stimmlich dem Original nicht mehr folgen kann. So liegen Weltklasse-Tracks wie „Metal Daze“ und „Battle Hymns“ (DER MANOWAR Song überhaupt) meilenweit hinter ihrem Ursprung zurück. Und was hat das Quartett eigentlich geritten, als Bonus zwei grottenschlecht wiedergegebene Live-Tracks auf den Re-Issue zu packen? Da muss in fast 30 Jahren doch mehr zu finden sein als diese verunglückten Mitschnitte.

Positiv allerdings, dass Ur-Drummer Donnie Hamzik, der nur das Debüt eintrommelte, für „Battle Hymns MMXI“ eingekauft wurde, denn es erscheint sehr fraglich, ob Scott Columbus das Power Drumming hinbekommen hätte. Fair auch der Preis, da die Neuinterpretation für EUR 10 unter den Tannenbaum gelegt werden kann. Genau das ist dann auch der Grund dieses Albums, MANOWAR scheinen ein Loch in der Portokasse zu haben, denn nach alledem macht „Battle Hymns 2011“ keinen Sinn. Aber Sinn entleert und MANOWAR schließen sich nach den ganzen Vorkommnissen des Alleinunterhalters de Maio in den letzten Jahren wiederum auch nicht aus.

Tracklist:
1. Death Tone (re-recorded 2010)
2. Metal Daze (re-recorded 2010)
3. Fast Taker (re-recorded 2010)
4. Shell Shock (re-recorded 2010)
5. Manowar (re-recorded 2010)
6. Dark Avenger feat. Sir Christopher Lee (re-recorded 2010)
7. William's Tale (re-recorded 2010)
8. Battle Hymn (re-recorded 2010)
9. Death tone (live - bonus track)
10. Fast taker (live - bonus track)

Alte Kommentare

von Für Engländer.... 17.12.2010 11:03

....kommen die aber ziemlich US amerikanisch daher. Hmmmmm....

von Clement 17.12.2010 11:21

sorry, sollte Hail to England verwurstet werden, was ich dann gelassen habe.

von Miese 17.12.2010 12:54

....Klugscheisserei, ich weiss! :-) Wollte nicht vom sehr gelungenen Review ablenken !

von Metallian 18.12.2010 10:08

so schlecht ist das alles nicht. Wenn ihr Manowar nicht leiden könnt, dann lasst sie doch einfach raus aus eurem Mag. ;)

von limbo 18.12.2010 13:52

wenn du das review gelesen hättest, wüsstest du, dass clement manowar eigentlich gut findet bzw fand. (warum auch immer :-p)

von Clement 18.12.2010 16:00

ich liebe alles bis einschl. "Kings Of Metal"!

von WAS ?! 04.01.2011 01:02

3 Punkte ??? Blasphemie !

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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