Plattenkritik

Marie Fisker - Ghost of love

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Release Date: 27.08.2010
Datum Review: 25.11.2010

Marie Fisker - Ghost of love

 

"Kommst du noch mit zu mir, wir könnten noch etwas Musik hören?" - "Hast du auch was ruhiges, BON IVER oder so?" - "Nein, aber ich habe MARIE FISKER."

Obwohl es sich bei "Ghost of love" um das Debüt-Album der Dänin handelt, so ist MARIE FISKER kein unbeschriebenes Blatt. Neben Support-Auftritten für PETE DOHERTY oder JULIETTE LEWIS ist sie ebenfalls im Duett mit TRENTEMØLLER auf dessen aktuellen Album zu hören.

Bis dahin lief alles gut. Das Mädchen kauft dir ab, das du ein netter Typ bist, der nicht nur das eine will. Die ersten Takte deiner letzten Neuerwerbung, "Ghost of love", sollen ihr den Rest geben und sie in deinen Armen dahinschmelzen lassen.

Auffallend unauffällig gibt sich MARIE FISKER. Musikalisch mag man sie zwischen Folk und Americana einordnen, ihre Stimme transportiert mit ihrem Streckenweise rauen Klang eine gewisse Melancholie. Im Vordergrund stehen eine Gitarre und die Stimme, im Hintergrund wirken auch noch Schlagzeug, Mundharmonika, Bass, Tamburin und Co mit. Seichte Songs schreibt MARIE FISKER nicht, die Grundstimmung des Albums bleibt verletzlich und düster, ohne dabei aber unter die Haut zu fahren.

So hast du dir den Abend nicht vorgestellt. Das Album gibt dem Mädchen den Rest, es sinkt in deine Arme - eingeschlafen! Trotzig rüttelst du sie wach, sie darf doch nicht schlafen, das sollte doch dein Abend werden.

"Ghost of love" ist gewiss kein schlechtes Album. MARIE FISKER macht wenig falsch und vieles richtig, und vielleicht liegt es daran, dass das Album sich nicht herauslösen kann und einen berührt. Die schroffe Stimme scheint perfekt gemacht für Singer/Songwriter-Stücke, doch fesselt einen das Album nicht. Möglicherweise hätte man die Instrumentalisierung spärlicher ausstatten sollen, die Stimme noch mehr in den Fokus rücken und der Melancholie noch mehr Platz bieten.

Es war nicht dein Abend, nicht deine Nacht. Du bleibst zurück, hörst die das MARIE FISKER Album noch einmal durch und verstehst es nicht. Du hast doch alles richtig gemacht. Doch manchmal reicht es eben nicht, keinen Fehler zu machen...

Unterm Strich ist "Ghost of love" ein gut gemachtes, solides Album. Nicht weniger, aber leider auch in keinem Augenblick mehr. Wer Folk und Americana mag kann hier ohne Risiko rein hören, ans Herz legen kann man das Album jedoch niemandem.


Tracklist:
1. Ghost Of Love
2. Seven Days
3. Hold On To This For A While
4. Jack Of Hearts
5. Little Light Lit
6. My Love My Honey
7. Devil Tears
8. City Lies
9. On The Brim
10. Good Till Now

Alte Kommentare

von Domme 26.11.2010 22:45

Wirklich eine starke Review-Idee!

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Torsten H.

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