Plattenkritik

Marillion - Live From Cadogan Hall

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Release Date: 18.01.2011
Datum Review: 10.03.2011

Marillion - Live From Cadogan Hall

 

Das Lebenswerk der englischen Progrock-Vorreiter MARILLION ist in 2. Ären einzuteilen: Zunächst bildete der Gesang des charismatischen Frontmanns Fish von 1979 an auf 4. Studioalben das Nonplusultra der Band, seit 1989 steht Steve Hogarth an vorderster Front. Auch könnten diese Abschnitte der Band in sehr und mäßig erfolgreich kategorisiert werden, denn an die Genialität von Fish-Songs wie „Garden Party“, „Lavender“, „Kayleigh“ und das alles überragende „Forgotten Sons“ konnte in der Hogarth-Ära bis heute nicht mehr angeknüpft werden.

Nun legen die Engländer mal wieder ein Live-Album vor (das auch als DVD Gesamtpaket erschienen ist), seit jeher waren MARILLION eine Live-Band, manifestiert durch zahlreiche (ca. 30!) auf CD gepresste Konzertmitschnitte. Auf „Live From Cadogan Hall“ präsentiert die Band auf CD Nr. 1 ihr letztes, 2009 erschienenes Studioalbum „Less Is More“, dabei ist es typisch für die Band, dass die Songs abgewandelt haben und teilweise akustisch umwandelten. „Diesem experimentellen Ansatz folgend spielt die Band u.a. Dulcimer (Hackbrett), Autoharp (Akkordzither), Celeste (Celesta), Glockenspiel, Xylophon und Pipe Organ (Pfeifenorgel).“

Auf der 2. CD stehen dann Songs der Hogarth-Jahre im Mittelpunkt, wobei auch diese leicht umarrangiert und anders interpretiert wurden. Der Live-Mitschnitt fand am 07. Dezember 2009 (der letzte Tag der „Less Is More“ Akustik Tour) in der Rotlicht getauchten Londoner Cadogan Hall statt, so dass sich eine sehr gut eingespielte und vor allem technisch über jeden Zweifel erhabenen Band spielfreudig zeigt. Der Mittelpunkt bildet die leidende Stimme von Steve Hogarth, er drückt den Songs seine Stimmungen auf und zelebriert eine bis an die Grenzen der Theatralik gehende Gesangsshow. Alle Songs sind in ein sehr ruhiges Gewand gehüllt, wer MARILLION als aggressive Neo-Progrock Band kennen und lieben gelernt hat, dürfte relativ schnell gelangweilt sein. Denn die ruhige, sehr intensive und emotionsgeladene Stimmung (die ab und zu in Langatmigkeit driftet) zeigt bei insgesamt 21. Songs keine Hauruck-Effekte, sondern verlangt dem Hörer in puncto Stillhaltevermögen so einiges ab.

Letztlich scheint die Band (auch dank einer starken Internet-Fangemeinde) ihren zweiten Frühling zu erleben und ist gefragt wie selten in der Post-Fish-Zeit, allerdings fand ein Wandel von einer aggressiv agierenden Neo-Prog Band zu einer Gruppe von Musikern statt, die ihren Frontmann nur noch akustisch begleiten darf und nur noch selten rockig agiert.

Tracklist:
Disc 1:
1. Go!
2. Interior Lulu
3. Out Of This World
4. Wrapped Up In Time
5. The Space
6. Hard As Love
7. Quartz
8. If My Heart Were A Ball
9. It's Not Your Fault
10. Memory Of Water
11. This Is The 21st Century

Disc 2:
1. No One Can
2. Beautiful
3. This Train Is My Life
4. You're Gone
5. 80 Days
6. Gazpacho
7. The Answering Machine
8. Estonia
9. Easter
10. Three Minute Boy

Alte Kommentare

von Jürgen Freyer 28.03.2011 13:02

ausgerechnet 'Keyleigh', 'Lavender' und 'Garden Party' als Referenz der Fish-Ära zu nennen, zeugt nicht unbedingt von fundierter Marillion-Kenntnis. Gerade an diese ausgeleierten Stücke konnten Alben wie 'Brave' oder 'Afraid of Sunlight' locker anknüpfen. Und überhaupt, was sollen diese ewigen unablässigen Vergleiche mit der Fish-Ära? Marillion machen seit dem Einstieg von 'h' eben andere, m.E. sogar bessere Musik als zuvor

von Clement 28.03.2011 13:06

nur weil diese songs ausgelutscht sind schmälert doch nichts an ihrer genialität. wobei du "forgotten sons" vergessen hast, der für mich beste MARILLION song überhaupt. aber mit deiner meinung, dass h-alben besser sind als fish-alben, dürftest du relativ alleine stehen.

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Ich fühle mich zu alt

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