Plattenkritik

Maud - s/t

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Release Date: 26.11.2010
Datum Review: 04.01.2011

 

So zäh wie Zahnseide nach Tiefkühlpizza, zugleich so roh wie Staub in Texas: Aus München weht ein rauher Wind, der noisiges und rotziges Gut durch die Lande spült. MAUD setzen auf das Vertrackte im Song, schätzen doch das Grundlegende – lärmen wirr und spielen doch gesetzt.

Die Aufnahmen der 3 Mitglieder G, P und S (Schlichtheit siegt!) fummeln sich durch dunkles Dickicht, lassen immer und immer wieder ein krächzend-anstrengenden Charakter aufblitzen. „Couch“ oder „Content Lika Cat“ sind wahre Proberaumperlen, die authentisch und herzlich produziert auf den Silberling passen. Mit lediglich kurzen Ausnahmemomenten verbleibt ein schwerer, lauter Gesamteindruck, geprägt von Einschüben wie „Qaramel“ oder „Elephant“ (mit deutschen Zeilen im Gesang). Hier schlicht vergleichbare Bandnamen aneinanderzureihen, wäre (wie sooft...) unangebracht und respektlos. Wer bereit ist, an mehr Momenten im Alltag Musik zu probieren, zu verstehen und zu genießen, als bloß beim Fahrstuhlfahren, dem sei dieses Erstwerk der süddeutschen MAUD ans Herz gelegt.
Hier wird nicht ausschließlich gebolzt, aber dennoch oft minimalistisch getrumpft. Sicher nicht der Soundtrack für die Sommerferien oder ein romantisches Dinner, dennoch ein gutes Stück lebendige Kunst, die nicht bloß Zahnseide oder Pizza zu Staub zermalmt.

Tracklist:
1. Is Sail
2. Couch
3. My Own Petclone
4. Baklava
5 Content Lika Cat
6. Orange
7. Qaramel
8. Emily Eternity
9. Isle Of Popcorn
10. Elephant
11. Cow Is A Good Feeder

Alte Kommentare

von Mastei 05.01.2011 11:31

Künstlerisch sicherlich groß. Aber gutes Songwriting sieht wahrlich anders aus!

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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