Plattenkritik

MAX RAPTOR - Max Raptor

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 22.04.2016
Datum Review: 05.04.2016
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Keep The Peace
02. Old Romantics
03. Torch Led
04. When I Was A Gentleman
05. Day Release
06. Big Divide
07. Concrete
08. Golden Age
09. Damage Appreciation
10. Relic
11. Great Discovery
12. Last Words

Band Mitglieder

 

Wil Ray - Vocals
Ben Winnington - Guitar
Matt Stevenson - Bass
Pete Reisner - Drums

MAX RAPTOR - Max Raptor

 

Weil die Briten derzeit eh die Wut mit Loeffeln fressen wenn es um Punk und Hardcore geht, liefern MAX RAPTOR gleich noch den passenden Besteckkoffer dazu. Das darin enthaltene Geriffe, Gepoebel und Gebolze klingt so uebereifrig wie ueberfaellig.
 
Endlich mal KEIN nagelneuer Braten in der Roehre: MAX RAPTOR ziehen vielleicht auf dem Cover lange Schatten, Songs wie "Keep The Peace" oder "Day Release" aber kommen auf dem dritten Album der Englaender direkt zur Sache. Den Drive von THE BRONX, die gefauchten Gitarren von fruehen BILLY TALENT und das Melodiegespuer von RISE AGAINST vereint die Band aus Burton Upon Trent zu einem Dutzend Angriffe auf spiessige Teetassen. Diese duerften nicht gerade gut zu sprechen sein auf die gemeine Hookline im Chrous zu "Torch Led", die klingt als haette man FRANK CARTER nach einer Pulle Schluck an protestierende CANCER BATS verloren. Aber auch Hits kann "Max Raptor", der Nachfolger zur "Damage Appreciation" Teaser-EP aus der Zucht der umtriebigen UK-Juenger. "Old Romantics" ist catchy, dynamisch und vor allem zum Mitmachen geeignet. "Old romantics die together" - da staubt die Festivalwiese - egal ob frueher Nachmittag oder Mondschein-Rausschmeisser. "Big Divide" spuckt reichlich Blut und Schweiss in die Elan-Pulle, von der auch Landsmann Frank Turner oder eben Tim McIlrath ungefragt nippen wuerden. Ziemlich einfallslos, MAX RAPTOR einfach nur Vergleichsbissen zum Frass vorzuwerfen? Der Song jedenfalls klingt inspiriert statt kopiert - dann klebt "Concrete" mit seinem verzerrten Bass und den Gangchoeren den Punk auf die Platte. Wenig Schnickschnack und trotzdem maechtige Wirkung ist ein willkommenes Konzept, welches in Zeiten von Effektwaenden und Streicherarrangements nicht bloss aufgeht, sondern auf "Max Raptor" fast wie eine Kur wirkt. Zwar passt das vorausgeschickte "Damage Appreciation" mit seiner Sucht nach Draengeln und Tanzen musikalisch klar auf die B-Seite - faellt jedoch allein seiner schmaleren Produktion wegen auf. Nicht nur im Hinblick auf diese geht die Band um Frontmann Wil Ray in ihrem bereits zehnten Bandjahr die Extrameile. Clever werden hier Fankreise von GREEN DAY ueber JOHN COFFEY bis GALLOWS zu einem angepissten Strick verknuepft, der sich dem gegenwaertig stark angeschwollenen Hals voller politischer und sozialer Komplettausfaelle mehr als solide anpasst. 

 

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media