Plattenkritik

Me First And The Gimme Gimmes - Ruin Jonny\'s Bar Mitzvah

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Release Date: 01.01.1970

Me First And The Gimme Gimmes - Ruin Jonny\'s Bar Mitzvah

 

Als Punkmusik-Fan muss man ME FIRST AND THE GIMME GIMMES einfach lieben. Das Starensemble, dass sich aus Mitgliedern der populärsten Punkbands wie LAGWAGON, NOFX, SWINGING‘ UTTERS und FOO FIGHTERS zusammensetzt, covert sich nun schon seit einiger Zeit durch die Hits der letzten Dekaden. Die GIMME GIMMES bewiesen dabei immer guten Geschmack und nahmen sich in Form von Konzeptalben ausgesuchten Evergreens der Sixties, Musical Hits à la Grease oder R’n’B Klassiker an. Als leidenschaftliche Live Kapelle ließen die Mannen keine Gelegenheit aus, ihre Bereitschaft bei Hochzeiten oder gar einer Bar Mitzvah zu spielen, kundzutun. Auf einer Hochzeit zu spielen stellte keine ernsthafte Hürde dar, blieb die jüdische Weihe als große Herausforderung. Als dann tatsächlich die Anfrage für dieses entscheidende Event in der Kindheit eines Juden kam, ließ man sich nicht lumpen und hielt dieses denkwürdige Ereignis in Form einer Live CD für die Ewigkeit fest. "Ruin Jonny’s Bar Mitzvah" heißt das gute Stück und anhand der hörbaren oder vielmehr nicht hörbaren Publikumsreaktion lässt sich schnell ausmachen, dass der Titel auch Programm ist. Ohne Konzept und mit viel Improvisation covert man sich durch 12 neue alte Songs. Beginnend mit LED ZEPPELINs "Stairway To Heaven" geht es mit dem schönen BLONDIE Cover von "Heart Of Glass" weiter bis man das ganze Programm mit dem jüdischen Volkslied "Hava Nagila" zu den Klängen vom bekannten christlichen Weihnachtslied "Feliz Navidad" abschließt. Auf dem Weg dahin bedient man sich Größen wie den BEATLES, ELVIS, der italienischen Version von "O Sole Mio" oder dem gegröhlten Gassenhauer "Auld Lang Syne", nicht ohne mit unpassenden und spitzen Bemerkungen wie der Widmung des nächsten Songs an alle bereits beschnittenen Jungen im Publikum die anwesenden Gäste auf eine harte Probe zu stellen. Als Zuhörer habe ich mich darüber köstlich amüsiert, der Spaßfaktor des Publikums fällt wohl deutlich geringer aus. Auf dem PC kann man zusätzlich Ausschnitte des Konzertes auf sich wirken lassen. "Ruin Jonny’s Bar Mitzvah" bleibt trotz des hohen Schmunzelfaktors deutlich hinter den Studioalben der gestandenen Punkrocker zurück. Viel zu viele Cover wirken sehr improvisiert und hätten definitiv besser umgesetzt werden können. Dennoch ist dies durch und durch ein GIMME GIMME Album und wird mit absoluter Sicherheit seine Anhängerschaft finden.

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Torben

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Allschools Chef

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