Plattenkritik

Meshell Ndegeocello - Devil's Halo

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Info

Release Date: 16.04.2010
Datum Review: 17.04.2010

Meshell Ndegeocello - Devil's Halo

 

Gute, wirklich GUTE Musik ist noch immer jene, die sich nicht hinter dümmlich, albernen Comicfiguren oder collegeartigem Schönseltum verstecken muss. GUTE Musik existiert einfach. Meist, in einem Hinterhof mit wenig Aufmerksamkeit. Denn GUTE Musik muss sich nicht zwangsläufig auf den Werbeflächen großer Städte präsentieren. Sie weiß, dass sie gut ist und lebt damit. Da braucht man dann auch kein „All Eyes On“-Bussi Bussi auf Musikkanälen und man benötigt auch keine ausgedehnte Promo-Maschinerie a la „Ladet schon jetzt den ersten Song auf Euer Handy“ oder sowas. Man lässt die Musik für sich sprechen. Und das ist der Punkt an MESHELL NDEGEOCELLO, einer Dame, dessen Name so schwer auszusprechen ist, wie ihre Musik von bezaubernder Schönheit ist.

NDEGEOCELLO wurde in Berlin geboren, wuchs im mächtigen Washington D.C. auf und ging irgendwann nach New York, um Musik zu machen. Denn, wie schon viele Künstler erkannten, wer es in New York schafft, der hat es geschafft. Und MESHELL NDEGEOCELLO hatte Glück. Ihre Demos wurden erhört, sie unterschrieb bei dem Label von MADONNA und produzierte ein Album nach dem anderen. Wirklich zufrieden war sie scheinbar nie, denn „Devils Halo“ reduziert sich selbst auf das Wesentliche einer Liveband und präsentiert sich so in einem ungemein ehrlichen Soundgewand, welches auf Albumlänge durchweg schön ist.

Das liegt vor allem an der beruhigenden Stimme von MESHELL NDEGEOCELLO selbst. Songs wie „Hair Of The Dog“ zum Beispiel, sind die personifizierte Ruhe an einem Sonntag-Abend, bei einem Schluck gutem Wein. Doch was unterscheidet NDEGEOCELLO davon, Einheitsbrei der Unterhaltungsmusik zu sein? Kann man da nicht auch einfach Tracey Chapmann auflegen? Nein. Denn NDEGEOCELLO verweigert sich üblichem Kitsch, baut selbst in den erwähnten, harmonischen „Hair Of The Dog“ einen düsteren Unterton ein und lässt die Violine bis zum Schluss ausklingen. Überhaupt gönnt man sich hier alle Zeit der Welt. Die Instrumente werden stets auf dieselbe Stufe gestellt, wie die Stimme von NDEGEOCELLO selbst und erzeugen so den perfekten Live-Charakter. „Slaughter“, der Opener“, ist dabei noch das Schönste Beispiel. Er beginnt ruhig, in etwa so, wie die Vertonung der See wohl klingen würde und steigert sich dann in ein mit Gitarren beladenes Stück, welches vor Dramaturgie nur so strotzt. Was aber bei jedem Lied heraussticht: Die Harmonie, die angenehmen Kompositionen und stets auf wundervollen Soul schielenden Unterton, wie „Tie One On“ eindrucksvoll beweist. Bislang die Überraschung des Jahres, weil es hier eben endlich nochmal nur um die Musik geht und um nichts anderes. Sehr schön.

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von The UnGrotesque 17.04.2010 10:14

so ein quatsch, braucht niemand

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Raphael

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