Plattenkritik

Meshuggah - Alive (CD)

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 05.02.2010
Datum Review: 05.01.2010

Meshuggah - Alive (CD)

 

Über MESHUGGAH ist schon vieles gesagt worden. DEFTONES Steven Carpenter bekennt sich beispielsweise als großer MESHUGGAH-Fan, nennte sie „the quantum physic of music as far as I’m concerned“. Das Magazin Alternative Press ging sogar noch weiter und nennte sie die „No. 1 most important band in metal“. Sie als die Nummer eins zu bezeichnen wäre sicherlich eine sehr wackelige Position; ich würde sie eher als die unkopierbarste, eigenste Band des Metals bezeichnen. Denn: Ihr Stil ist frei von Konventionen, lässt sich in keine Schublade einbetten. Und wo andere Stile, sobald sie etwas neues, völlig eigenständiges darstellen schnell bis zur penetranten Plage ausgeschlachtet werden hat es bis heute, 15 Jahre nach dem den unverwechselbaren MESHUGGAH Stil definierenden „Destroy Erase Improve“, eigentlich keine einzige Band geschafft so wirklich auf den Lorbeeren von dieser Band derart Erfolg einzuheimsen. Lediglich als positiver Einfluss wirkten sie auf viele Bands, motivierten unzählige sich selbst eine Gitarre mit dem einen oder anderen String mehr zu besorgen. MESHUGGAH – die unantastbaren; die einsamen Besetzer ihres von Klassiker zu Klassiker aufgebauten Throns; und wohl ewig ohne Thronfolger zurück bleibend.

Ganze 23 Jahre nach Gründung hat es nun bis zur ersten Live-Veröffentlichung gedauert. Und wo andere Bands mal eine CD, mal eine DVD oder auch gelegentlich zur Aufbesserung des eigenen Geldbeutels eine Best-Of raushauen, warten MESHUGGAH hier (bis auf die Best Of) mit einer Zusammenstellung all dieser Elemente auf. Nuclear Blast ließ jedoch nur sehr vereinzelnd Exemplare jener DVD zukommen, so dass ich hier nur auf das gehörte, nicht aber das gesehene eingehen kann.

Die CD umfasst 12 solide und gewohnt tight vorgeführte Stücke der mittlerweile fast zwei Dekaden umfassenden Diskographie, lässt dabei jedoch erwartungsgemäß die Alben „Contradictions Collapse“ (da stilistisch viel zu weit entfernt von der danach eingeschlagenen Route) und „Catch 33“ (da im Grunde ein Ein-Song-Album), leider aber auch „Destroy Erase Improve“ (wo sonst zumindest Nummern wie „Suffer in Truth“ oder „Future Breed Machine“ Live immer fielen) völlig aus. Vorrangig dominiert dafür der letzte, 2008 erschienene Output „Obzen“, aber vor allem auch „Nothing“. Überraschenderweise fallen sogar Songs der EPs, beispielsweise „Humilative“. Ein Mix, der es wie immer bei weitem nicht allen recht machen wird, Fans der Band jedoch eine angenehme, durchaus unterhaltsame Reise durch den Hitkatalog dieser Band bescheren dürfte und stets für die ein oder andere Überraschung gut ist. Denn bei aller Kontroverse enthält „Alive“ keinen einzigen schlechten Song – ganz im Gegenteil.

Die beiliegende DVD wird dann Mitschnitte der Tour durch Kanada, Japan sowie den USA enthalten. Ein grober Blick über die Setlist verrät auch hier: Auslassen von essenziellen Klassikern zu Gunsten der „geheimen Hits“. Doch Packages wie diese werden eh im Regelfall von Fans gekauft, die mehr als bloß 1-2 Alben der Band kennen. Der Kurs heißt also die Bescherung eines Festes für jene, welche sich schon immer diesen speziellen, kleinen Song, der sowieso nie Live gespielt wird, gewünscht haben. Und das ist definitiv ein Kurs, den man dieser Band nur positiv anrechnen kann.


Tracklist CD:
01. Perpetual Black Second (Tokyo)
02. Electric Red
03. Rational Gaze
04. Pravus
05. Lethargica
06. Combustion
07. Straws Pulled At Random
08. New Millenium Cyanide Christ
09. Stengah
10. The Mouth Licking What You've Bled
11. Humiliative
12. Bleed

DVD:
01. Begin
02. Perpetual Black Second (Tokyo)
03. Twenty Two Hours
04. Pravus (Tokyo)
05. Dissemination
06. Bleed (NYC)
07. Ritual
08. New Millenium Cyanide Christ (Montreal)
09. Cleanse
10. Stengah (Montreal)
11. The Mouth Licking What You've Bled (Montreal)
12. Machine
13. Electric Red (Tokyo)
14. Solidarius
15. Rational Gaze (Tokyo)
16. Moment
17. Lethargica (Toronto)
18. Communicate
19. Combustion (Toronto)
20. Humiliative (Montreal)
21. Infinitum
22. Straws Pulled At Random (Toronto)
23. End

Bonus:
01. "Bleed" Music Video
02. The Making Of "Bleed"
03. Micha Guitar Tour
04. Tomas Drum Tour

Alte Kommentare

von Arndt 05.01.2010 15:46

informatives review

Autor

Bild Autor

Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

Suche

Social Media