Plattenkritik

Meshuggah - Alive (DVD)

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 05.02.2010
Datum Review: 23.01.2010

Meshuggah - Alive (DVD)

 

Nachträglich hat man uns nun also doch auch die DVD zum aktuellen MESHUGGAH-Livepaket zugesandt. Wollen wir also keine weiteren Worte verlieren:

„In space no one can hear you unless you scream“ titelt man. Eine Live-DVD also. Was erwartet man da? Eine Band, die ihr Set (hoffentlich) einigermaßen ordentlich runterspielt, dann eventuell noch ein kleiner Bonus-Teil mit Interviews mit den Bandmitgliedern, Führungen durch die instrumentalen Sektionen und irgendwann natürlich auch die letztendliche, obligatorische Erkenntnis, dass das Leben auf Tour kein Kindergeburtstag ist. Vorab: „Alive“ umfasst nicht weniger. Doch die Art, wie die Dinge vorgetragen werden, machen den großen, entscheidenden Unterschied.

Ian McFarland scheint die Band zu kennen. So wie der Herr für die Beleuchtung im Live-Team, der, wie die Band selbst in einer Szene sagt, jeden MESHUGGAH-Song kennen würde und genau wüsste, wo welches Element gefragt sei. Genauso scheint auch McFarland zu wissen, welche Atmosphäre diese Band verkörpert, was die Botschaft dieser Songs ist – und natürlich, wie man sie ansprechend in Szene setzt. „Perpetual Black Second“ startet noch als sehr unauffälliger, gemäßigter Song. Schon stark auf der Brust, doch gemessen an dem, was noch folgen soll eher zurückhaltend. Später wird sich das ändern. Später, das heißt spätestens ab Nummern wie „Bleed“ oder „New Millenium Cyanide Christ“, das heißt: ab diesen Songs gibt es kein Zurück mehr – so abgedroschen das auch klingen mag. Der hoffentlich gut abgedunkelte Raum wird zum Feuerwerk blendender, hypnotischer Bilder; der eben noch kuschelige Sessel zum elektrischen Stuhl.

Ian McFarland weiß die Dinge zu inszenieren. Da sind Aufnahmen wie die eines Fredrik Thordendal, welcher in einer Pause der Songs mit über seinem Gesicht ragender, glänzender Mähne derartig verstört drein blickt, wie es wohl gerade auch der ans Sofa gefesselte ihm gleich tut. Atemberaubend! Und natürlich Jens Kidman – das Gesicht der Band -, welcher hier in seiner wahnsinnig anmutenden Gestalt von McFarland ansprechend in Szene gesetzt wurde. Verstärkt wird das nur durch Konzerthallen, welche in ihrer Größe derartig mächtig und bedrohlich wirken, wie es die Musik tut und in ihrer (bereits eben angesprochenen) Beleuchtung den machtvollen, pompösen Effekt noch mal auf ein ganz neues Level hieven. Hier hat sich die Band auf jeden Fall für den richtigen Mann entschieden.

Es sind aber auch diese vielen kleinen Details und Besonderheiten, die „Alive“ so gut aussehen lassen. In einer Szene wird beispielsweise im Zuge der Intensität ein Fan ganz speziell aus dem Publikum rausgepickt, welcher im Splitscreen zur Band völlig gelöst alles gibt. Damit diese Intensität in ihrer 90 minütigen Dauer aber nicht überfordert, entschied sich die Band dafür jegliches Material, aus welchen man eigentlich ein sehr schönes Tourportrait fürs Protokoll hätte schnüren können aufgeteilt zwischen die Songs zu setzen. Das hat den Vorteil, die Idee eines „Tourportraits“ noch stärker wirken zu lassen; und lässt plötzlich auch egal erscheinen, dass das hier nicht eine ganze, sondern mehrere Stationen sind, welche hier aufgenommen wurden (Tokyo, Montreal, New York, Toronto). Dazu inszeniert McFarland diese meist recht kurzen Zwischenszenen derartig ansprechend, dass die Atmosphäre auch in ihnen weiterleben kann, ja sogar die Spannung verstärken.

Mit „Straws Pulled At Random” sieht man gegen Ende nur noch ein Publikum, welches nach Erlösung schreit. Die betitelte Zeile „In space no one can hear you unless you scream“ wird da plötzlich zum wahrgewordenen Aufhänger einer Kulisse, welche in ihrer Darstellung das Kunstwerk vollbringt, die Band noch besser aussehen und wirken zu lassen, als sie es ohnehin schon Live tut.


Tracklist CD:
01. Perpetual Black Second (Tokyo)
02. Electric Red
03. Rational Gaze
04. Pravus
05. Lethargica
06. Combustion
07. Straws Pulled At Random
08. New Millenium Cyanide Christ
09. Stengah
10. The Mouth Licking What You've Bled
11. Humiliative
12. Bleed

DVD:
01. Begin
02. Perpetual Black Second (Tokyo)
03. Twenty Two Hours
04. Pravus (Tokyo)
05. Dissemination
06. Bleed (NYC)
07. Ritual
08. New Millenium Cyanide Christ (Montreal)
09. Cleanse
10. Stengah (Montreal)
11. The Mouth Licking What You've Bled (Montreal)
12. Machine
13. Electric Red (Tokyo)
14. Solidarius
15. Rational Gaze (Tokyo)
16. Moment
17. Lethargica (Toronto)
18. Communicate
19. Combustion (Toronto)
20. Humiliative (Montreal)
21. Infinitum
22. Straws Pulled At Random (Toronto)
23. End

Bonus:
01. "Bleed" Music Video
02. The Making Of "Bleed"
03. Micha Guitar Tour
04. Tomas Drum Tour

Alte Kommentare

von ^^ 24.01.2010 14:02

ich freu mich so!

von Lifelover 24.01.2010 19:01

http://www.cinecon.com/frontimages/2228-alien_movie_poster.jpg cooles rip-off-cover!

von Lifelover 24.01.2010 19:01

http://www.cinecon.com/frontimages/2228-alien_movie_poster.jpg cooles rip-off-cover

von Ollo 24.01.2010 19:14

also ich hoff du weißt dass die ähnlichkeit beabsichtigt is?

von Olivier H. 25.01.2010 09:52

Oh, davon wusste ich bis jetzt gar nichts. Sehr geil!

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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