Plattenkritik

Metallica - Death Magnetic

Redaktions-Rating

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Release Date: 12.09.2008
Datum Review: 15.09.2008

Metallica - Death Magnetic

 

Wie so viele andere auch bin ich am Releasedate der neuen METALLICA-Scheibe "Death Magnetic" in den Laden gelaufen, um wieder einmal enttäuscht zu werden...um endlich wieder die Auferstehung meiner einstigen Rock-Heroen zu feiern...um eine gute Metalplatte zu hören...Im Vorfeld der Veröffentlichung (und die Vermarktungsmaschinerie bei der Marke METALLICA lief bei diesem Album auf Hochtouren!) wurde immer wieder von einer Annäherung an das geniale "...And Justice For All" Album von 1988 gesprochen. Aber dazu muss Entwarnung gegeben werden, denn warum sollte sich diese Gruppe, die alles erreicht hat, was eine Metalband auch nur erreichen könnte, wiederholen? Ich meine, wenn ich ein Thrash-Klassiker wie "One" hören will, dann lege ich "One" in den Player. Vergleichbar sind die Stücke allenfalls deshalb, weil sie zum Teil überlang und sehr verschachtelt und teilweise härter als auf den letzten Alben (und da grenze ich "St. Anger" aus, da dieses Album sehr hart war...hart zu ertragen, dennoch war es wichtig für die Band und hatte mit dem Titeltrack einen echten Kracher aufzubieten) arrangiert sind. Wenn überhaupt ein Vergleich mit dem Backkatalog der Band angestellt werden muss, dann doch bitte mit den "Load/Reload"-Alben, da insgesamt eher von einer sehr harten Metal/Rockscheibe als von einem originären Thrash Metal-Output gesprochen werden darf. Auch erinnert die geniale Stimme des über sich herauswachsenden und endlich mal wieder richtig bissig wütend singenden James Hetfield mehr an die eben erwähnten Veröffentlichungen. "Death Magnetic" besticht weiterhin von einem sich in Rage spielenden Kirk Hammett, der auf allen Stücken mit Soli glänzt, die nur er zu spielen imstande ist und die es halt nur bei METALLICA gibt. Teilweise zart und verletzlich, dann wieder reißerisch und brutal, vielleicht sind diese Gitarrenexzesse die einzige Verbeugung vor der Vergangenheit. Besser war der Ausnahmegitarrist auch nicht auf den ersten vier Outputs der Band und allein seine Arbeit ist den Kauf der Platte wert. Was ist sonst noch zu den Songs zu sagen. Vielleicht noch, dass "The Unforgiven III" nicht so schlecht wie überall zu lesen ist. Das es unter anderem mit "The Day That Never Comes" und "The Judas Kiss" zwei Kracher im Gepäck gibt. Weiter befindet sich mit "Suicide & Redemption" ein Instrumental in der Setlist, das mit zehn Minuten um acht zu lang ist und als Lückenfüller abgestempelt werden muss. Die Produktion von Rick Rubin, der in der Vergangenheit (nicht immer) den Sound der Intimfeinde SLAYER veredelte, ist sehr metallastig, vergessen sind die Ausrutscher der letzten Jahre. Ach, fast hätte ich ihn vergessen, METALLICA haben ja noch einen Drummer, der wie immer technisch unter aller Sau aber mit enorm viel Gefühl versucht, den Songs, seinen eigenen Songs, so einigermaßen zu folgen. Meiner Meinung nach läuft er seit dem grandiosen Debüt "Kill 'Em All" hinter diesen her und wird sie nie einholen. Das kennt der Fan, das will der Fan wahrscheinlich auch so. Nicht vorzustellen wie METALLICA mit einem richtig technisch versierten, tighten Drummer klingen würden...Ich bin froh, überhaupt noch eine neue METALLICA-CD neben die anderen stellen zu dürfen, so dass mein Fazit für "Death Magnetic" positiv ausfällt. Früher hätte ich mich zwei Wochen mit Pils und Qualmzeug eingeschlossen, um ein neues Album aufzusagen, heute höre ich "Death Magnetic" zusammen mit meiner Familie. METALLICA sind immer noch METALLICA, gerade die Aushängeschilder James Hetfield und Kirk Hammett brillieren auf dem neuen Album, so dass ein wenig Wiedergutmachung betrieben wurde. Jetzt darf gespannt auf das nächste Werk gewartet werden.

Tracklist:
01. That Was Just Your Life
02. The End Of The Line
03. Broken , Beat & Scarred
04. The Day That Never Comes
05. All Nightmare Long
06. Cyanide
07. The Unforgiven III
08. The Judas Kiss
09. Suicide & Redemption
10. My Apocalypse

Alte Kommentare

von René 15.09.2008 21:20

Hey Clement, schönes Review. Vor allem wegen des Satzes mit der Familie. Werd mir die Platte diese Woche mal zu Gemüte führen.

von MUnkvayne 15.09.2008 23:17

beste seit dem black album!!! mit abstand! 8/10!

von Raphael 15.09.2008 23:20

In der neuen Visions ist übrigens eine 18 Seiten Story. Sehr interessant.

von Jonas 16.09.2008 00:16

Die Visions ist sehr uninteresant !

von vnv 16.09.2008 08:55

für mich haben METALLICA in all den jahren soviel credibility verloren, dass ich mir die neue cd gar nicht mehr anhöre. bis und mit "justice..." haben METALLICA phänomenale alben gemacht, welche die metal-welt positiv beeinflusst hat (ich weiss, andere würden auch noch das schwarze album dazuzählen...). dafür kann man ihnen mehr als dankbar sein. was danach gekommen ist, stand unter einem anderen stern und ist für mich eine andere band - mit anderen ideen, anderen ideologien, anderer musik. das schwarze album war noch so gerade, die load-sachen schrecklich, st. anger mutig aber schrott... und das neue... keine ahnung. jeder muss es selber für sich wissen, wenn jemand die platte super findet, dann viel spass damit. ich investiere mein geld lieber in einen interessanten newcomer im metal und hardcore bereich und mit der familie höre ich lieber die neue MISERY INDEX...

von xTIMx 16.09.2008 08:58

mainstream affenkacke, spätestens seit st. anger geht es talwärts

von greg 16.09.2008 09:49

ich glaube nicht, tim!

von Otto 16.09.2008 10:11

Doch tim hat schon recht. Auch das neue Album kann nicht überzeugen, einziger Rausreisser war noch Garage Days, aber die Platte bestand eh nur aus altem Zeug - daher kann man sie nicht wirklich zählen. Ansonsten bis zum Black Album und danach alles ziemlicher Brei bis Schrott

von Clement // Allschools 16.09.2008 10:35

@vnv: Deine Familie möchte ich mal kennenlernen...

von Michael 16.09.2008 11:22

Ich stimme Clement in all dem zu was er geschrieben hat. Nur die Punkte bzgl. der Nähe zu load / reload teile ich nicht. In meinen Augen passt Death Magnetic perfekt zwischen die ersten 4 Scheiben und dem Black Album. Highlights sind für mich My Apocalypse, All Nightmare Long und The Judas Kiss. Das mit Lars passt schon so, der gehört einfach dazu, schade finde ich aber, dass man Rob Trujillo vieeel zu selten mal richtig raushört, aber es gibt wohl keine Band die den Bass als Instrument so sehr ignoriert wie Metallica. Alles in allem würde ich der Scheibe 8 Punkte geben... Die Jungs sind auf nem guten Weg... hoffen wir, dass sie ihn weiter gehen.

von auf nem guten weg? 16.09.2008 14:13

die sind bald tot...alter

von in wirklich jedem 16.09.2008 14:31

review sollte zuerst stehen, wie beschissen die platte soundtechnisch klingt. clipping ohne ende... ich bin mir sicher, das war die letzte platte, die es von metallica gab...

von bob rock 16.09.2008 15:11

also ich mag den sound.

von Andy 16.09.2008 17:31

Wer OBJEKTIV an das album rangeht, muss zugeben, dass es nach Kill em All, Ride The Lightning, Master OF Puppets und Justice For All ihr 5. bestes Album ist. Von mir 8/10 Punkte

von carlo 16.09.2008 19:51

beste metallica-platte seit der justice!

von tobe 16.09.2008 20:19

muss doch ne tolle familie sein ;D

von ALLSCHOOLS 17.09.2008 09:39

sorry, wegen copyrights können wir das Pitchforkmedia review wohl nicht in den comments stehen lassen.

von heinzelmann 17.09.2008 15:18

also ner band die sich so selbst vermarktet wie metallica, denen gehts wirklich nur ums geld. was in diesem genre nicht zusammen passt wenn man mich fragt. und was die texte angeht so sind die kaum mehr glaubwürdig, seit metallica der nickelback-rockstar-definition in 1:1 entsprechen. Herzlichen Glückwunsch! 0 Punkte

von FKK 17.09.2008 15:46

@heinzelmann: Das ist doch Quark, vielen Metalgruppen geht es um ne flotte Mark. Was ist daran denn so schlimm, das Ergebnis zählt in diesem Sinn, und vergiss bitte nicht wie letzte Nacht meine Bude zu reinigen! Sonst gibt es eine Tracht!!

von Michael 17.09.2008 16:32

@Heinzelmann: ich verstehe nicht was daran falsch sein soll, wenn man seinem geistigen Eigentum Geld verdienen will. Ist für mich völlig legitim. Des weiteren will ich darauf hin weisen, dass Metallica bei Live Show nie Presitreiber (Hallo U2!) waren sondern immer akzeptable Preise (z.b. 2004 50 Euro zusammen mit Slipknot) bei ner fetten Produktion abgerufen haben. Ich denke Metallica werden zu oft zu schlecht dargestellt. Ja, sie haben Fehler gemacht und auch manche Scheiss Entscheidung getroffen, aber auf der anderen Seite immer wieder gute Aktionen (Club shows, 10 Euro in Berlin, den Film den ich pers. verdammt mutig fand) gemacht. Ich persönlich bin, wie wahrscheinlich viele hier, mit Metallica aufgewachsen (Master of Puppets was my pedal to the metal) und mochte Metallica während load, reload überhaupt nicht mehr, freue mich persönlich aber jetzt ehrlich gesagt um so mehr, dass sie sich wieder stück für stück auf ihre Stärken konzentrieren.

von molch 17.09.2008 18:24

und "the day that never comes" ist ein killer!

von Alter Fan 18.09.2008 12:37

ich bin mir sicher, das die "Fade To Black" oder "One" Anleihen z. B. in "The Day That Never Comes" nicht wegen fehlender Ideen gemacht wurden. Wahrscheinlich werden nach den reviews fiele jüngere Hörer in die Läden rennen und sich die alten Scheiben kaufen.

von The Endy 18.09.2008 14:12

"...fiele...." made my day :-) Wenn das dein Fater liest, Mann

von Träne 24.09.2008 01:19

klar bis zum Black Album waren die groß und einflussreich. ich mochte auch noch ein paar sachen danach- until it sleeps, no leaf glover, the memorie remains, unforgiven II das waren auch noch perlen. zwar seicht aber perlen. der rest war einfach ne andere band. mutig ja aber mit soviel background und können und zeig ging fast alles in die hose. st. anger ware eine auf hartgetrimmte zusammen gewürfelte kacke.mit dem schlechtesten snare sound aller zeiten. mir tut es für metallica einfach leid. auch wenn der vergleich hinkt aber...bringt slayer was neues. dann weiß ich: heute gibts auf maul, die platte wird knallen die machen das was sie können und das gut. das schaffen slayer, nofx und stefanie hertel nur metallica machen sich es selbst immer zu schwer. es tut mir selbe weh aber....isso

von FKK 24.09.2008 09:20

@Träne: Also SLAYER haben seit "Seaosns In The Abyss" auch nicht wirklich überzeugen können. Und den Stil haben sie danach auch geändert

von DrMIndchaos 24.09.2008 12:10

Oldschools auch schon von den PLattenmillionären gekauft oder was? Kanns einfach nicht verstehen, wie man diese Platte überhaupt in einem Satz mit den alten Scheiben der Band nennen kann. Ist super, wenn man sich durch eine Platte quälen muss, der Drummer nicht trommeln kann, die Band ihre eigenen Riffs mehr schlecht als recht kopiert, der Sound für den Arsch ist, und zudem das Songwriting noch ne Schulband beleidigen würde. Frage mich, ob die mit der Platte Drogen verkaufen, dass man die richtig geil findet. Man muss die Geschichte des Thrash-metal nicht so in den Dreck ziehen, wenn man ernsthaft behauptet, dieses (Mach)werk wäre das Beste nach der Justice. Dieser Southern-Rock-Vibe der aktuellen Platte ist nicht zu ertragen. Einige Songs fangen interessant an, um dann in der Balanglosigkeit zu verschwinden. Einnert mich so an den Anfang der Some Kind of Monster-DVD, wo die Band keine Ideen mehr hat. Scheint so als wäre sie so ohne Ideen an diese Platte heran gegangen. Die Justice ist ne grandiose Thrash-Metalplatte. Naja, nochmal zu erwähnen wie mies die aktuelle Scheibe ist spar ich mir und sage. Nehmt mehr Drogen, kauft die Platte denn Lars Ulrich braucht noch ein paar Häuser. Nen Drumkurs macht er trotzdem nicht. Rick Rubin hat zudem weder Metallica noch den Sound dieser Platte gerettet. @Slayer: Die ERzfeinde Metallicas werden ihren Spaß an der Platte haben. Freue mich auf das nächste Interview mit Kerry King *händereib*

von Marvel 27.09.2008 18:15

Moin Dr. @topic: Ich feier die Platte ab

von Herr Lehmann 27.09.2008 18:50

Danke DrMIndchaos - ein Mann der wahren Worte.

von Träne 28.09.2008 23:58

Ah die Platte geht klar.....bin jetzt langsam drin in der sache aber...slayer haben nach seasons in the abyss sehr wohl noch ne menge bretter abgeliefert. Dittohead hat mir damals im auto fast das lenkrad aus der hand gerissen, als ich es das erst mal hörte und ihren stil haben sie ungefähr so geändert wie otto walkes sein komisches ottifanten geräusch---nicht.

von Big J 16.10.2008 12:28

ganz mieses Teil, schelchter Sound, komplett unispiriertes Songwriting. Es bringt halt nix die alten tage wieder heraufbeschwören zu wollen. Metallicas zeit ist vorbei. 3/10

von Clement // Allschools 16.10.2008 12:31

@Big J: Interessante Ansicht, die allerdings schon seit dem zweiten Album der Band vertreten wird

von BiTcHsLaPpEr 24.11.2008 23:28

geiles Album . [<-PUNKT!!!] ^^

von Mastei 30.10.2010 01:00

Hab da gerade mal wieder reingehört, die Songs sind ja an sich alle gelungen, aber der Sound ist so übersteuert und einfach zu laut, die Drums klicken im Hintergrund vor sich hin... nicht schön!

von mploed 30.10.2010 23:51

Ich hör die noch immer sehr sehr gerne. 1 Punkt Abzug für die Produktion aber von den Songs her: Hammer Scheibe.

von yoiks 20.05.2012 01:03

@DrMIndchaos: Und was genau stört dich an "diesem Southern-Rock-Vibe"? Das machts doch gerade so geil und innovativ. Thrash+Southern Rock (so ziemlich alles plus Southern Rock) ist n ziemlich geiler Mix. Nur weil du nen Stock im Arsch hast... Und sicher sind Metallica nur an der Kohle interessiert (ich schieb die Schuld iMMER auf Lars, der vorallem Alki-James schon seit Jahren beeinflusst), trotzdem ist das n sehr sehr geiles Album. Objektiv bleiben. Sind ja immernoch HART musikalisch gesehen, und kein ViVA-Pop...

von Tobe 20.05.2012 21:01

viel spass beim auf-die-antwort-warten nach ca 3,5 jahren :-)

von kot 20.05.2012 22:30

Oh bitte mein Freund, benutze das magische ß... Ich krieg nen Kotzkrampf bei all den Sachen die du fälschlicherweise mit ss schreibst... :P

von Tobe 21.05.2012 12:16

dann viel spaSS beim kotzen :-) hochachtungsvoll, SS

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Clement

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