Plattenkritik

Millencolin - The Melancholy Connection

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 25.05.2012
Datum Review: 07.06.2012

Millencolin - The Melancholy Connection

 

Was 1995 die Gameboy-Uhr und noch ein Jahr früher der Bowling-Abräumer im Offbeatdress war, sind nach zwei Dekaden Bandgeschichte eher gelebte Sleevetattoos und selbstveranstaltete Geburtstagsfestivals. Zu recht? Nicht jede schwedische Einrichtung, die im Melodycore-Boom der Mitt- bis Spätneunziger aus dem Zylinder blinzelte, hat es so lang, so weit und so energisch geschafft durchzuhalten und sich selbst auszubauen, wie Nikola Sarcevic und seine Örebröler Langzeitbuddies, die ein weiteres Mal an das eigentlich leidige Thema „B-Seiten-Collection“ anknüpfen.


Das allerdings tun MILLENCOLIN (wie schon zuvor) mit Würde – und neben dem Audio-Produkt mit einer Bonus-DVD in Spielfilmlänge. Auf jener findet die begleitete Recording-Session zur „Pennybridge Pioneers“-Scheibe in Los Angeles genauso Platz wie rare Liveaufnahmen, Interviewsnippets und Einblicke in den Bandalltag. Die eigentlichen vierzehn Tracks der „Melancholy Connection“ ziehen sich von der „Penguins & Polarbears“ Single (hieraus das junge, energische„Dinner Dog“ sowie der typisch knurrende Poppunk bei „Queen´s Gambit“) aus dem Jahre 2000 bis hin zu zwei brandneuen Songs aus dem bandeigenen Studio („Carry You“ und „Out From Nowhere“ mit zweifellos wohliger Hausmarke).
MILLENCOLIN und ihr Sound, beziehungsweise dessen Entwicklung bedürfen wohl kaum einer Nachhilfestunde, erst recht nicht, wenn der eingefleischte Anhänger hier zur aufgemotzten Kollektion greift. „The Downhill Walk“ ist unverkennbar, „Junkie For Success“ oder „Absolute Zero“ sind beinahe exakt in den Werdegang der HIVES-Kumpels einzuordnen – sogar die ungefähren Geburtstage sind in etwa erkennbar, was Produktion und Klangspektrum des jeweiligen Beitrags zu verantworten haben. Die Band bleibt ihrer Stilentwicklung auch in Sachen „B-Seiten“ treu – und mehr kann man als Liebhaber doch wirklich nicht wollen. „Mind The Mice“ schunkelt sich ins Trommelfell, und bis hin zu „Into The Maze“ bügeln die umgänglichen Skandinavier jede überflüssige Falte aus dem Rock, die sie vor´s Vorwurfsgericht zerren könnte.

Der Hitfaktor war dabei inmitten des Werdeganges zwar schon durchaus höher, nicht umsonst aber dreht sich auf „The Melancholy Connection“ alles um Nebenverdienste und eben nicht jene Singles, die Sommerabend oder Skatesession die Honighaube aufsetzen. Dass „The Melancholy Connection“ nicht die erste Wahl des Neulings in Sarcevics Gefilden werden sollte bloß am Rande, wer bei Bananen-Stickern oder international erfolgreichen Modelabels aus Schweden allerdings zuerst diese Melodie-Spunde vor Augen hat – braucht von eins bis vierzehn nicht mal mit den Augen zu rollen. Lieber dann zum „I´m Gonna Change My Life...“-Refrain von „Out From Nowhere“ den Hügel runter – der Sonne entgegen.


Trackliste (Audio-CD):

01. Carry You
02. Out From Nowhere
03. Absolute Zero
04. Mind The Mice
05. The Downhill Walk
06. E20-Norr
07. Bull By The Horns
08. Junkie For Success
09. Dinner Dog
10. Ratboys Masterplan
11. Phony Tony
12. Queens Gambit
13. Bowmore
14. Into The Maze

Alte Kommentare

von fail 07.06.2012 12:00

nur 7 punkte? das is seit langem mal wieder was richtig jutes von denen!? oÔ

von HardcoreBirne 08.06.2012 10:02

Bowmore rockt mit viel Melodie..immer noch schön,auch heute 2012...

von xTOOLx 08.06.2012 11:53

find die platte richtig, richtig gelungen! hätte min. einen punkt mehr verdient!

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media