Plattenkritik

Minsk - With Echoes In The Movement Of Stone

Redaktions-Rating

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Release Date: 29.05.2009
Datum Review: 17.05.2009

Minsk - With Echoes In The Movement Of Stone

 

Minsk ist die Hauptstadt der Republik Weißrussland und mit 1,83 Millionen Einwohnern die größte Stadt dieses Landes. Sie liegt an der Swislatsch, einem Nebenfluss der Bjaresina. Die Stadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes mit Hochschulen und Fachschulen, sowie zahlreichen Kirchen, Theatern und Museen. Ebenfalls wichtig und interessant zu wissen: Vor dem deutschen Einmarsch befand sich in Minsk eine der sowohl prozentual, als auch in absoluten Zahlen, größten jüdischen Gemeinden der ehemaligen Sowjetunion. 90.000 bis 100.000 Einwohner der Stadt waren Juden. Der größte Teil dieser Menschen wurde während der deutschen Besatzung verschleppt und ermordet. Hier entstand während des Zweiten Weltkrieges eines der größten Sammellager und Ghettos Europas, in dem ab Juli 1941 etwa 60.000 Juden ermordet wurden.
Das ist zum einen Allgemeinbildung, zum anderen sagt das Wikipedia. Was das beliebte und mit Sicherheit nicht immer quellentauglichste Internetportal zum Thema Minsk nicht erzählt, ist, dass es eine Band mit gleichem Namen gibt. Passt auch nicht ganz in das Thema, soll aber Gegenstand dieses Reviews sein, wir befinden uns hier schließlich auf einer musikalisch ausgerichteten Seite. Also genug Geschichtsstunde (obgleich diese wichtig ist!), denn ab sofort geht es nur noch um die „Postrockologen“ aus Illinois.

With Echoes In The Movement Of Stone heißt das vorliegende Prachtstück und wer Minsk kennt, weiß, was ihn hier erwartet - epische Minuten voller Bombast und das auf ganz hohem Niveau. Schon der Vorgänger The Ritual Fires Of Abandonment war ein unfassbares Stück Musik, welches sich nicht nur in der „Szene“ größter Beliebtheit erfreute und eins kann vorweg schon gesagt werden: Minsk haben sich erneut gesteigert. Geblieben ist die bekannte Verspieltheit, die Liebe zu ausufernden Stücken und eine unbändige Vielfalt von Ideen. Das alles zusammen in einen großen Topf geschmissen, mit einer ordentlichen Prise Düsternis und dem erhobenen Zeigefinger versehen, ergibt With Echoes In The Movement Of Stone.

Eigentlich wollte ich über einzelne Songs berichten, nach dem x-ten Durchlauf fällt es mir aber immer noch schwer, dieses Gesamtpaket auseinander zu reißen und eigentlich möchte ich das auch gar nicht. Einzeln funktionieren die Tracks einfach nicht und dafür sind sie auch nicht gemacht. Man muss With Echoes In The Movement Of Stone als Gesamtheit sehen und wird dadurch mit einem unfassbaren Konstrukt belohnt, welches sich aus erdrückenden Gitarrenwänden, wilden und dennoch akzentuiert gesetzten Keyboardeinlagen, treibenden Drums und mit Hall versehenen Vocals zusammensetzt.
Immer wieder pendelnd zwischen absoluter Ruhe und roher, aber nicht sinnloser Gewalt, man möchte fast sagen Urgewalt, erschaffen Minsk ihren eigenen musikalischen Kosmos, den es sich lohnt zu erforschen. Besonders die entspannenden Passagen sind mit einer Schönheit geprägt, die jedoch die allgemein vorherrschende bedrohliche Stimmung nie ganz verliert. Diese Atmosphäre wird oftmals nur allein durch Schlagzeugsoli hervorgerufen, die eigentlich nur eines einleiten können - den völligen Ausbruch, der dann aber doch nicht kommt. Dafür gibt es solche Ausbrüche an diversen anderen Stellen, an denen man es gar nicht erwartet und genau dieses unberechenbare Kalkül der Band ist es, was die Platte so spannend macht.

Man könnte ewig weiter faseln und würde zum gleichen Schluss kommen. Man muss With Echoes In The Movement Of Stone einfach hören und in sich aufsaugen. Nach mehreren Durchläufen wird man es lieben. Was hier läuft ist nicht Isis, nicht Neurosis, nicht North oder sonstige vergleichbare Band. Was hier läuft ist schlicht und ergreifend Minsk und was mir zu sagen bleibt ist: Christopher Bennett, Timothy Mead, Sanford Parker, Tony Wyioming ich verneige mich vor euch und eurem Werk in Demut und völliger Ehrfurcht!


Tracklist:

1. Three Moons
2. The Shore Of Transcendence
3. Almitra´s Premonition
4. Means To An End
5. Crescent Mirror
6. Pisgah
7. Consumed By Horizons Of Fire
8. Requiem: From Substance to Silence

Alte Kommentare

von Fab 18.05.2009 10:32

kein cd-tip aber 9 skulls?^^ mh mal reinhören:)

von Zoria 18.05.2009 10:42

da gibts momentan viel besseres wie KONGH oder DARK CASTLE!

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Alex G.

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