Plattenkritik

Miss May I - Rise Of The Lion

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Release Date: 25.04.2014
Datum Review: 20.05.2014

Miss May I - Rise Of The Lion

 

Schon wieder dieser Metalcore. Schon wieder dieses Genre-typische Songwriting, schon wieder dieser berechenbare Wechsel zwischen Shouts und Klargesang. Schon wieder...Ach lassen wir das doch. Schliesslich ist auch dies nur schon wieder eine weitere Review, die subjektives Empfinden in scheinbar größtmöglicher Objektivität auszudrücken versucht in der Hoffnung auf positive Resonanz. Und genau da sind wir bei der Quadratur des Kreises. Denn nichts anderes haben MISS MAY I auf ihrem vierten Album im Sinn. Sie wollen möglichst Vielen gefallen und greifen dazu auf Altbewährtes zurück. Unmöglich also, dass dies wirklich jedem gefällt.

Denn nicht Wenige sehen in der Musik noch Kunst, eine Herausforderung, eine Aufforderung des Künstlers an den Hörer, sich die Songs doch selbst zu erarbeiten. Der alternative Gegenentwurf zum kapitalistischen Mainstream eben. Doch der Fünfer aus Ohio möchte abliefern, servieren.
Willkommen also im Schlaraffenland namens „Rise Of The Lion“. Auf dem zu Hochglanz polierten Silbertablett liegen fein garniert Breakdowns neben Screams, Klargesang neben tragenden Drums, schlüssige Songstrukturen neben einer amtlichen Produktion und gefälligen Riffs. Und jetzt mal Hand aufs Herz; klingt das bislang wirklich schlecht, so ganz und gar ungenießbar? Wer von uns geht denn gerne öfter in ein Restaurant, wo er das Viech vor dem vermeintlichen Genuss noch selbst erlegen und ausnehmen muss? Oder in das Dunkelrestaurant, in der anstelle der gepflegten und kultivierten Nahrungsaufnahme aufgrund fehlender Beleuchtung ein fast schon Neandertal'sches Gepatsche mit den Händen von statten geht?

Manchmal ist eben die alteingesessene Pommes-Bude an der Ecke genau das Richtige. Deftige Hausmannskost, ohne viel Schnörkel oder Schnickschnack. Getreu dem Motto: wenn man die Garnierung schon nicht mitessen kann, wozu dann erst die Mühe. Hält nur unnötig auf. Und da es bei Pommes-Buden wie auch bei MISS MAY I um Umsatz geht, muss am Ende des Tages eben die Schlagzahl der Verkaufseinheiten stimmen. Und da sollte es im Falle der Letztgenannten schon mit dem Antichrist zu gehen, wenn die Rechnung mit den altbewährten Materialien nicht aufgeht. Und allen Zweiflern seien als Anspieltipps das nach vorne preschende „You Want Me“ oder das schön thrashige „Tangled Tongues“ ans Herz gelegt. Noch Fragen?

Ansonsten aber Achtung vor den Nebenwirkungen: wie auch bei Pommes rot weiß sollte man den Genuss nicht übertreiben, sonst droht entweder Herzverfettung oder die Anbiederung an die eigentlich doch so verhassten Marktmechanismen im Musikbiz. Denn schon wieder haben die Illuminati eines ihrer trojanischen Pferde losgelassen. Einzig die fiese Überraschung in Form des meuchelmordenden Inhalts haben sie vergessen.

Tracklist:
1.Refuse To Believe
2.Lunatik
3.Gone
4.Echoes
5.You Want Me
6.Tangled Tongues
7.Hero With No Name
8.Darker Days
9.End Of Me
10.Saints, Sinners, and Greats

Alte Kommentare

von lion 20.05.2014 22:21

leider recht unspektakuläres album, genauso wie der vorgänger. von geil produziert kann bei der platte allerdings wohl kaum die rede sein, sorry :-( absolut nicht mein fall. ziemlich belanglos diese angelegenheit. ohne jetzt einen auf "nur die erste platte war gut" zu machen, aber da haben andere truppen doch deutlich mehr zugelegt im laufe ihrer karriere. hier hat man ziemlich hart abgebaut u. das m.M nach auf sämtlichen ebenen - schade!

von Andi# 21.05.2014 00:02

Finde ich gut, wenn man bei etwas längeren Reviews gleich klarmacht, was kommt. So wusste ich, dass ich nach den ersten zwei Sätzen nicht weiterlesen brauche und das Album auch nicht hören muss. Ist mir so lieber als diese verkünstlichten, ach so orginellen Reviews, wo man alles lesen muss und dann immer noch Interpretationsspielraum hat.

von Clement 21.05.2014 06:32

ich fand das Debüt langweilig und finde diesen Album gut

von Daharka 21.05.2014 08:58

Die erste Platte dieser (für mich voher zu den miesen Vertetern des Cores gehörenden) Band die ich ganz okay finde. 6-7/10 kann man geben. Allerdings sollte der Klar Sänger deutlich weniger Raum in den Songs bekommen, teilweise ist der unsagbar mies!

von belanglos 23.05.2014 16:32

unter jedem review muss bei Allschools mindestens ein Mal das Wort belanglos in den Kommentaren stehen, sonst ist es keine Allschools-Review-Kommentar Sektion.

von JJJens 27.05.2014 21:37

Soll Leute geben die echt sagen das die Jungs gute Musik machen. Aber bis auf diesen Song zu Saw (4??) is da irgendwie nie was dran gewesen.

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Markus L.

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Wenn mich interessieren würde, was andere über mich denken, könnte man sicherlich mit mir über meine Einstellung und den ganzen Bla diskutieren. Tut es aber nicht, ergo kann man es sich auch ersparen. Beratungsresistent eben!

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