Plattenkritik

Mist - We Should Have Been Stars

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Release Date: 01.01.1970

Mist - We Should Have Been Stars

 

Mist…ein echter Mistname zu allererst, für den man sich nicht mal entschuldigt oder versucht sich dafür zu rechtfertigen. Doch warum auch, wenn die Musik alles andere als Mist ist ? Oder weiß die Band vielleicht um die hohe Qualität ihres Albums „We Should Have Been Stars“ und sieht daher keinen Grund dafür? Und vor allem: Sind all diese Fragen nicht völlig ohne Bedeutung?

Leider lag dem zugegebenermaßen nicht wirklich schicken Digipacks kein Infozettel bei, oder ich habe ihn verloren, denn die Band macht bereits nach dem ersten Song neugierig, doch alles was ich weiß ist, dass die 4 Jungs aus den Niderlanden kommen und das Album bereits 2 Jahre auf dem Buckel hat, und jetzt über Tumbleweed Records in deutschen Landen erscheint. Und wer das bisherige Schaffen des sympathischen Labels mit einem Auge verfolgt hat, der wird wissen, dass es sich meist um kleine Perlen der atmosphärischen und intelligenten Rockmusik handelt. So auch im Falles dieser Band, die 14 wunderschöne, epische und sehr sehr reduzierte Songs aufgenommen haben, die es raus haben, Melancholie mit Hoffnung und Verzweiflung mit Freude zu paaren. Ein leises Keyboard begleitet die sanfte aber nie zu zerbrechliche Stimme des Sängers, während die (elektronischen) Drums vorsichtig im meist gleich bleibenden Rhythmus geschlagen werden. Leider sind auch die Texte dem Hörer auch nicht zugänglich, doch wer halbwegs der englischen Sprache mächtig ist, wird hören, dass sich hinter dem Sänger ein kleine Storyteller verbirgt, der aber nicht nur Geschichten erzählen kann, sondern auch ein ganz guter Seelenstripper ist. Die Grundstimmung der Platte ist traurig, was nicht nur daran liegt dass man sich hier textlich meist dem leidigen Thema Liebe widmet, sondern durch den angenehmen Minimalismus der Musik, schüchtern und introvertiert wirkt. Für mich ist „ We Should Have Been Stars ein wundervoller Kurztrip, oder gar eine Flucht vor all dem Frohsinn, der uns Nordländer in diesem verspäteten sonnigen und brütend heißen Sommertagen umgibt, und versprüht zu allem Überfluss noch zusätzlich Wärme, die man uns für den sicher kommenden Winter auf Cd konserviert hat. Wer Interpol und Logh mag, der sollte irgendwie versuchen sich einen Eindruck dieser Band zu machen, denn es lohnt sich wirklich.

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Werner

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