Plattenkritik

Mixtapes - Ordinary Silence

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Release Date: 25.06.2013
Datum Review: 27.06.2013

Mixtapes - Ordinary Silence

 

Viele haben sich versucht - noch mehr sind kläglich gescheitert. Auch die berüchtigte "Ordinary Silence" erfindet keinen revolutionären, immergrünen Kaugummi, der ewig schmeckt und niemals austrocknet. Immerhin lässt sich die Welt eine Spur länger aushalten und glitzert manchmal sogar hellorange. Danke dafür, liebe MIXTAPES.

Rezepte verschiedenster Art haben die Pickelpunker aus Ohio bereits durch die eigene Bandkantine gejagt: einsame Akustikgitarren, kontaktfreudige Sekundensongs - sogar im HipHop-Kabinett suchte Gitarrist Ryan Rockwell (aka. CASTLES) nach einem passenden Spiegelbild. Auf Album drei soll von "angekommen" keine Rede sein. Der Fahrkartenautomat allerdings ist - genauso wie das ungefähre Routing der Band – in deutlicherer Sichtweite als noch zuvor bei "Even On The Worst Nights" auszumachen. So will "Bad Parts" zunächst alles andere als irgendetwas überstürzen. Auch das Pfeifen im Hintergrund will da überlegt sein. Die Lieblingsworte von Rockwell und Kollegin Maura Weaver bleiben „don´t care“ oder „desperation“, Schlagzeug und Harmonien allerdings kümmern sich um mehr Grundierung und neue Horizonte. „Elevator Days“ dauert nicht umsonst untypische drei Minuten, „Happy And Poor“ wirkt Dank des herzlichen Gesangsduos aufgestellter und gut sortiert – wenn man sich die Anfänge der Band ca. 2010 als Referenz vorknüpft.
Ein MIXTAPES-Album mit vierzehn Songs in über fünfunddreißig Minuten? Deutlicher Rekord, der sich aber lohnt und wächst: Luftige Singalongs wie „Ross (Dirty Water)“ verkommen nicht zu Antiquitäten, „I Think I Broke It“ oder „C.C.S“ holen Schulterzucken und Milchschnute zurück in den Sound der Band, die sich für nichts zu ehrlich und für keine Wahrheit zu schade zu sein scheint. „You Look Like Springtime“ erklärt melancholisch „Oh Yeah, I Don´t Need Much Motivation“ und ist längstes und zugleich bestes Beispiel für den erfolgreichen Stuhlkreis, den die Band vor ihrer Studiozeit mit Hausproduzent Eric Tuffendsam antrat.

„Ordinary Silence“ macht einen weiteren Schritt hinweg über Stotter-Pfützen und gefürchtete Stagnation - ohne Ausfälle, fernab von Langeweile. Das „Poppunk“-Prädikat darf sich auf kuschelige Gutenachtgeschichten in der „Indiepunk“-Schublade freuen, Weaver und Rockwell noch immer über den/die treue(n) Gesangspartner(in).
„It´s Not Perfect, I Admit It, But It´s Good Enough“ verspricht und hält „Swirling“ mit Augenaufschlag, kurz bevor diese vertraute, aber unheimliche Stille zurückkehrt. Mehr als bloß ein helloranger Schimmer liegt über dem Plattenspieler. Danke dafür, liebe MIXTAPES!

Trackliste:

01. Bad Parts
02. Ross (Dirty Water)
03. Elevator Days
04. C.C.S.
05. Like Glass
06. Gravel (Interlude)
07. Happy And Poor
08. I Think I Broke It
09. You Look Like Springtime
10. Cheapness
11. Everything's Eventual
12. A List of Things I Can't Handle
13. Swirling
14. Be The Speak That You Change About

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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