Plattenkritik

Mob - Polygon

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Release Date: 31.08.2007
Datum Review: 17.09.2007

Mob - Polygon

 

 

Es ist an der Zeit eine neue physikalische Größe einzuführen: 1 MOB. Das klingt erstmal putzig, sollte aber tatsächlich den Druck beschreiben, der entsteht, wenn man von einem beladenen Güterzug überrollt wird. „Gut“, mag man da sagen, „aber wir haben doch schon alle möglichen Größen, 1 MOB das ist mir zu ungenau“.
Die Kritik an solcher Westentaschenphysik ist absolut gerechtfertigt, doch anders lässt sich der Effekt, den MOB auf den geneigten Hörer hat, nicht beschreiben. Und wenn, dann will ich es auch gar nicht wissen.

Schon seit 1999 machen die Dänen irrsinnigen Noise Rock, die Qualität sucht ihresgleichen, wie das dritte Album 2006 „We All Repeat The Past“ beweisen konnte. Brachiale Soundwände branden an sich herausschälende Melodien, zerbrechen an den Feedback zurückfeuernden Gitarren und fallen zurück in bekümmertes Nicht-Sein, so schnell wie sie in epische Höhen geschossen sind. Weltschmerz galore. „Wait For Me“ entwickelt schon nach kurzer Zeit eine solche Sprengkraft und Schwere, dass wortwörtlich das Atmen schwer fällt.
„Polygon“ ist nur eine EP, aber was für eine. Über eine längere Zeit würden sich diese Songs nur aufreiben, so ist die Stille nach den knappen 20 Minuten fast so erdrückend, wie die Noise Kulisse selbst. Tolle EP, tolle Band, die auf eine Stufe mit MOGWAI gehört, und bis zu den unantastbaren SONIC YOUTH ist es dann auch nur ein kleiner Weg. MOB werden ihn gehen.

Tracklist:

1. Ghost Track
2. Wait For Me
3. Memento
4. Coming Home

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Dennis

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