Plattenkritik

MOCKING GOLIATH - Obolus

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Info

Release Date: 01.02.2016
Datum Review: 01.06.2016
Format: Digital

Tracklist

 

1. Obolus
2. Taste of Copper
3. The Tide
4. Carrier of Souls
5. Journey to the Underworld
6. Foul Garb
7. Spit
8. Heimat

MOCKING GOLIATH - Obolus

 

Fünf Jahre haben sich Hamburgs MOCKING GOLIATH für den Nachfolger ihres martialischen Debüts Zeit genommen. Klingt jetzt alles anders? Nein. Nur ein bisschen anders ausbalanciert.

Keine Frage, wer sich regelmäßig von Bands wie ABORTED oder ION DISSONANCE die Nerven stählen lässt, für den war MOCKING GOLIATHs Debüt-EP ein kleines Fest. Auf dem Konzept-Album „Obolus“ wird zwar nach dem gleichen Rezept geköchelt, nur haben sich die Mengen der einzelnen Zutaten (technischer Death Metal, Grind und eine Prise Crust) verändert. Die 8 neuen Songs präsentieren sich ein gutes Stück weniger technisch, dafür ist der Grind- und Crust-Anteil dominanter, als zuvor. Man könnte auch sagen: MOCKING GOLIATH sind zugänglicher geworden. Das zeigt sich schon beim furiosen Opener und Titel-Track, der gleich zu Beginn ein mächtiges Ausrufezeichen setzt. Blast-Beats, fiese Screams, ebenso fiese Grunts und dazu ein Killer-Riff, das sich direkt ins Ohr bohrt. Sich ist das technisch, aber trotzdem klingt das Ganze ein Stück weit direkter und auch dreckiger, als auf dem Vorgänger (ROTTEN SOUND lassen in den kommenden 20 Minuten des Öfteren grüßen). Klar, „Obolus“ bietet an manchen Stellen immer noch Parts, die ein nervöses Gemüt schnell aus der Fassung bringen dürften („Taste Of Copper“), dennoch geht es hier insgesamt verhältnismäßig straight zu. In Songs wie „Journey to the Underworld“, „The Tide“ oder aber „Spit“ hat das Gemetzel fast schon etwas Punk-Rockiges, was der Eingängigkeit enorm zu Gute kommt. Außerdem wird das Tempo öfter durch groovige Mid-Tempo Parts gedrosselt, was dem Album insgesamt noch mehr Druck verleiht.


Nicht unerwähnt sollte das Artwork von Alexandre Chaudret bleiben, der „Obolus“ optisch beeindruckend in Szene gesetzt hat. Ein derart gutes Artwork sieht man in diesem Genre selten. Bisher galten MOCKING GOLIATH als exzellenter Geheimtipp – mit „Obolus“ im Rücken sollten einige neue Hörer dazukommen.  

 

Autor

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Sascha

Autoren Bio

http://www.shocksmusic.bandcamp.com

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