Plattenkritik

Monsters Of Liedermaching - Haie Im Flipperpelz

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Info

Release Date: 18.03.2011
Datum Review: 19.05.2011

Monsters Of Liedermaching - Haie Im Flipperpelz

 

Dinge, die Scheiße sind, gibt´s genug: Heidi Klum, Fussball, Atomkraft und Egoshooter. Auch Dinge, die toll sind, gibt es viele: Liebe, ein Superheld sein, Snoop Dogg als Nachbarn oder echte Freunde. Und weil es so viele verschiedene Dinge, Themen und Gefühle gibt, gibt es auch die MONSTERS OF LIEDERMACHING. Und deren neues Album, auf dem 27 dieser Themen in akustischen (Live-)Songs verpackt wurden. 27. Siebenundzwanzig.

Dass ein Griff ins Klo mit deutschsprachiger und gleichzeitig witzig anmutender und aufgekratzter Musik nur allzu leicht ist, wurde schon mehr als 27 Male bewiesen. Die MOL eröffnen mit ihrem Kampfmotto „Sitzpogo“ und der rasanten Story von Sabine, Horst und Ulrike, welche definitiv mit munteren Reimen und geradem Humor die Kurve kriegt. Wer uninformiert ist: Die Band besteht aus sechs Scherzkekskonsumenten (aus dem Ex-Schröders- und Hamburg/Kölner-Umfeld) und ihren Akustikgitarren, wenn es schlimm wird auch mal Flöte. Jeder darf oder muss mal ran und skrupellos bespaßen, was Stimme, Leben und Saiten hergeben. Auf „Haie Im Flipperpelz“ lauern mit „Heidi und Seal“, „Auflaufform“ oder der „Fussballade“ tatsächlich prustend lebendige Songs darauf, dass die nächste Runde Schnaps kommt oder ein Passant auf einer Bananenschale ausrutscht. Bei „Musikküssen“ und „Weltretten“ geht es etwas nachdenklicher und spezieller zu, ohne das Charme und Kichereffekt auf der Strecke bleiben. Burger, Pensen und Co. singen nicht stumpf heraus, die Werke bestehen aus hintergründig und liebevollst verfassten Texten, den 1-2-3-schön-gewesen-Lagerfeuergitarren und entkernen den düsteren Alltag unter den strengen Augen der ÄRZTE, DENDEMANN oder den KASSIERERN.

Die MONSTERS OF LIEDERMACHING spielen keine Songs für Soziologiestudenten oder engstirnige Metallerbullen, sie backen kleine Brötchen aus lediglich 3 Zutaten: Wasser, Luft und Witz. „Morgen Kommt Sie“, „Kleiner Zeh“ und „Jackpot“ kämpfen zwar unermüdlich mit ihrer Aufenthaltserlaubnis, aber bei – bitte auf der Zunge zergehen lassen – siebenundzwanzig (sagte ich das schon?) Songs und gut 70 Minuten Spielzeit bedarf es keiner gelben Karte für etwaige Pausenfüller oder Kandidaten mit dem Richtwert „ausreichend“. Wer einen Abend mit den Monsters plant - Auto stehen lassen, Kollegen Bescheid geben, dass es morgen später wird und vorher Pipi machen. Denn es gibt scheiß Dinge, tolle Dinge und dazwischen noch die „Haie Im Flipperpelz“.

Trackliste:

01. Sabine hat auf Horst gebaut, doch der ist bei Ulrike
02. Jackpot
03. Ein Pferd
04. Auflaufform
05. Heidi und Seal
06. Professionelle Hilfe
07. La Femme Pia
08. Superkackwurst
09. Für immer
10. Au Ja
11. Toilettenbereich
12. Schöner Wohnen
13. Weltretten
14. Hochzeitsrede
15. Wie Ihr mich wolltet
16. Morgen noch einmal
17. Musikküssen
18. Weder Komponist noch Dichter
19. Kleiner Zeh
20. Sängerglück
21. Das Mädchen aus der ersten Reihe
22. Frau Dr. Helmut
23. Atomfreies Kraftwerk
24. Morgen kommt sie
25. Fussballade
26. Wir warten
27. Wir mögen Vermögen

Alte Kommentare

von Jule 19.05.2011 21:01

es ist keine herkömmliche flöte, es ist ne reine nasenflöte!!! ne reine nasenföte!!! und zwar die von fred timm!

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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