Plattenkritik

Motionless In White - Infamous

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Release Date: 16.11.2012
Datum Review: 16.11.2012

Motionless In White - Infamous

 

Wären MOTIONLESS IN WHITE mit ihrer Version von „MetalCore meets Alice im Wunderland“ Bewerber bei X-Factor, würde Frau Nasic bestimmt ihre kurzen Finger pommesgabelmäßig gen Hallendecke recken und schreien: „Wow, ihr seid ja so crazy und voll Rock´N Roll!“.

Doch das tun MOTIONLESS IN WHITE nicht. Vielmehr veröffentlichen sie nun ihr zweites Album „Infamous“ und klingen dabei genauso wie die Musik der Casting-Kandidaten eher nach einem kalkulierten Produkt als nach – ja was eigentlich?
Irgendwie sind sie ja auch ein Produkt. Ein glanzvoll und perfekt konzipiertes Resultat einer Subkultur namens „Wasauchimmer-Core“. Das Abziehbild einer Generation, die sich die Frisur bis in die Iris kämmt, selten am Badespaß teilnimmt und die eigenen Eltern als Mörder der persönlichen Freiheit beschimpft. Doch so bedeutungsschwanger das jetzt alles klingen mag, ist es gar nicht.
„Infamous“ ist ein perfekt ausdefiniertes und bis auf die letzte Kommazahl durchgerechnetes Stück Musik, das im Grunde nichts anderes möchte, als großspurig zu entertainen. Und „Infamous“ hat einiges zu bieten. Es ist dieser aufgedunsene MetalCore Bastard, der mit THE BIRTHDAY MASSACRE um seinen Gothic pokert, bei AIDEN was vom Horrorpunk abkupfert und dazu gerne die abgetragenen Klamotten von Großvater M. Manson trägt. Selbstverständlich können MOTIONLESS IN WHITE auch böse und mächtig brutal klingen. Dann klingen sie wie eine 1:1 Kopie von BLEEDING THROUGH, deren Fronter bei „If It's Dead, We'll Kill It“ auch glatt mal ins Mikro brüllt, oder wie im ohrwurmtauglichen „Burned At Both Ends“ ein wenig nach DARKEST HOUR.
Aber größtenteils wollen die zwölf Tracks sich nur ins Ohr und Hirn der Hörerschaft einnisten. Und das catchy, popig, klebrig, überladen und teilweise arg affektiert. Keine Frage, MOTIONLESS IN WHITE bewegen sich hier etwas über einer dreiviertel Stunde sehr nah an der produktionstechnischen Grenze des Möglichen. Das passt als Untermalung des nächsten Action-Blockbuster oder auf die Tanzflächen der angesagten Kellerdiskos. Schlussendlich wollen sie damit ja auch nur eines und das ist unterhalten.
Das kann man mögen oder auch nicht.

Trackliste:
1. Black Damask (The Fog)
2. Devil's Night
3. A-M-E-R-I-C-A
4. Burned At Both Ends
5. The Divine Infection
6. Puppets 2 (The Rain) (Ft. Bjorn Speed Strid of Soilwork)
7. Sinematic
8. If It's Dead, We'll Kill It (Ft. Brandan Schieppati of Bleeding Through)
9. Synthetic Love
10. Hatefuck
11. Underdog
12. Infamous

Alte Kommentare

von Ben Kenobi 21.11.2012 21:50

Ich finde das Album echt gut. Kla es wirkt überladen und hat wirklich ein wenig von Gothic bzw Horrorpunk. Aber gerade diese Mischung und abwechslungsreiche macht es so gut. Man kann es auch nicht in eins dieser Neuen-Core Genres eingliedern, es ist einfach Metal. Genauso wie Parkway Drive, Caliban, HSB und andere. Es knallt, hat melodische Parts, evil Shouts und mächtige Breakdowns. Es geht einfach nur ab und ich freue mich jetzt schon auf den Pit bei einem Konzert.

von Daharka 22.11.2012 11:15

Auch wenn die Bands ziemlich viele metalcore Standarts bedient hat mir das Debut irgendwie gefallen, diese Mischung aus metalcore und gothic (wenn auch miese lyrics) war wirgendwie recht eigen. Auf dem Album sind die Metalcore songs halt wie bleeding through nur mit besseren Refrains und schlüssigeren Songs. Die Industrial/Manson artigen Songs sind gelungen wirken aber in der Menge ziemlich deplaziert. Vlt. das nächste mal lieber Schwerpunkt auf die härteren Songs. ;) dennoch ganz gelungen 7/10 passt.

von Jenseey 26.11.2012 18:45

Hat da grade jemand MiW als die besseren Bleeding Through bezeichnet? Das kann ja gar nicht angehen! Um mal beim Gothik Klichee zu bleiben: verbrennt ihn!

von Papa Waigo 20.12.2012 16:41

Gelungenes Review. Danke dafür!!

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Mulder

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