Plattenkritik

Motorpsycho - Black Hole/Blank Canvas

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 29.03.2006

Motorpsycho - Black Hole/Blank Canvas

 

Norwegens Kreativlokomotive in Sachen psychedelische Rockerfahrung zeigten sich zuletzt erstaunlich unpräsent. In fast regelmäßigem Jahrestakt konnte man sich ja normalerweise auf ein Album von MOTORPSYCHO freuen und nun dauerte es fast dreieinhalbe Jahre bis zum neuen Studiooutput. Fans hatten zwischenzeitig schon schrecklichste Befürchtungen, denn der Bandsegen hing jüngst ein wenig schief in Norwegen. Drummer Hakon Gebhardt verließ die Band und will sich fortan primär um seine Band HGH kümmern. Das verbleibende Duo Bent Saether und Hans Magnus "Snah" Ryan macht trotzdem weiter und so setzte sich Sänger und Bassist Saether für die Studiozeit und den neuen Longplayer "Black Hole/Blank Canvas" hinter die Drums. Jenes Stickman Release ist übrigens gleich ein Doppelalbum geworden, denken wir an die grandiosen Meilensteine namens "Timothy's Monster" und "Trust Us" ist die ja nichts ungewöhnliches, also auf ins Hörvergnügen…

Die MOTORPSYCHO von 2006 haben zu meiner Freude wieder den Geschmack an ihrer 90er Schaffensphase gefunden. Der Ausflug in die blumigen Hippielandschaften und gen 60er Flowerpop scheint der Vergangenheit anzugehören und "Angels And Demons At Play"-Zeiten rücken wieder in Fokus. Der Opener "No Evil" ist entsprechend eine mitreißende Rockoffenbarung, die einem die letzten drei Alben in weite Ferne rücken lässt. Mit ordentlichem Einsatz von jeder Menge Fuzz und aufgedrehten Verstärkern regnet es Melodien, Gitarrensolis und ausufernde Klangteppiche, die sich unaufdringlich an die 10-Minutengrenze heranpirschen. Mächtig groovend schlagen die Norweger unentwegt Haken mit ihren Instrumenten und bewegen sich leichtfüßig über holpriges Terrain. Natürlich finden auch Streicher ihren Einsatz und beim ansprechenden "The 29th Bulletin" fühlt man sich sogar an das grandiose "Vortex Surfer" erinnert, an anderer Stelle drohen MOTORPSYCHO sich jedoch in dem selbst erzeugten Strudel zu verlieren. Tiefgreifende Texte über die Gegensätze dieser Welt komplettieren diesen jüngsten Longplayer, der die Band auf einen schönen, wiederentdeckten Pfad lenkt.

Release: 17.03.2006

Trackliste CD 1:

01. No Evil
02. In Our Tree
03. Coalmine Pony
04. Kill Devil Hills
05. Critical Mass
06. The 29th Bulletin
07. Devil Dog
08. Triggerman
CD 2:

01. Hyena
02. Sancho Says
03. Sail On
04. The Ace
05. L.T.E.C.
06. You Lose
07. Before The Flood
08. Fury On Earth
09. With Trixeene Through The Mirror, I Dream With Open Eyes

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Torben

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Allschools Chef

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