Plattenkritik

Mumm-Ra - These Things Move In Threes

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Release Date: 25.05.2007
Datum Review: 30.05.2007

Mumm-Ra - These Things Move In Threes

 

Manche Bands brauchen Zeit. Zeit, in denen die einzelnen Mitglieder sich zusammenraufen, entwickeln, zu sich finden müssen. Die FLAMING LIPS etwa hatten viele Jahre nötig, bis sie da angekommen sind, wo sie jetzt sind: bei völlig verquerem, bizarr lustigem Inhalt, den man in 4 CD-Player gleichzeitig einlegen muss.

Bei MUMM-RA aus dem verschlafenen Seebad Bexhill-On-Sea im Süden Englands dagegen dauerte es nur 7 Jahre. Aber was für welche. Zwischen Gigs in Scheunen, wo Bands mit Stromschlägen auf der Bühne, statt Freigetränken bezahlt werden, Beinahe-Selbstmorden von labilen Konzertbesuchern und allerlei sonstigem verklärten Kram, entwickelten die 5 jungen Herren ein Album, das so ziemlich alles, was im Moment als junge, neue Talente von der Insel gehandelt wird, locker in die Tasche steckt. Die Liebe ist das große umfassende Thema, das „These Things Move In Threes“ auf unglaublich sympathische Weise behandelt. Ohne je in Kitsch abzudriften, wird ein Rundumschlag serviert, angefangen bei der anfänglichen Verliebtheit, zu den ganz großen Gefühlen, dem Schmerz, der Sehnsucht. All das garniert mit 2 Gitarren, die sich gegenseitig umtänzeln, kleine Zwischenspiele einwerfen und einfach nur Spaß machen.

MUMM-RA sind wie eine glückliche Ausgabe von BLOC PARTY. Wie ARCADE FIRE im Jugendzentrum und wie die jungen, britischen FLAMING LIPS. Oder einfach nur kurz: großartig. Mal majestätisch mit Streicherbegleitung und SIGUR RÒS Anleihen in „Now Or Never“, mal frisch und poppig wie in der Singleauskopplung „She’s Got You High“ über den blauen Himmel, das Happy End und die alten Schmetterlinge im Bauch. Und natürlich wird auch schwurbeliger Psychedelic-Pop eingesetzt („Down Down Down“). Die fünf (eigentlich 6 – wenn man „The Mighty Duck“, die Maskottchen Ente, mitzählt) jungen Musiker sind eben trotz ihrer teils riesiger Klanggebilde eben keine typischen Indie-Rockstars, sondern Nerds, ziemliche Loser und einfach nur unheimlich sympathisch.

Nur die Zeit wird zeigen, ob MUMM-RA auch so toll bleiben, wie sie sich auf ihrem Debüt zeigen. Fernab von dem x-ten 80er Revival, gehören sie aber zum Besten, was der britische Indie-Rock Markt im Moment zu bieten hat. „I’m in love again“.



1. Now Or Never
2. Out Of Question
3. These Things Move In Threes
4. She’s Got You High
5. Song B
6. Sick Deal
7. Light Up This Room
8. Starlight
9. This Is Easy
10. What Would Steve Do?
11. Down Down Down

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Dennis

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