Plattenkritik

Murder Construct - Murder Construct

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Release Date: 23.11.2010
Datum Review: 22.11.2010

Murder Construct - Murder Construct

 

Öfter mal was Neues: Eine Supergroup, die im Grunde einen sehr ähnlichen Stil spielt, den ihre einzelnen Mitglieder in ihren Hauptbands runterzocken und dennoch zu verblüffen weiß. MURDER CONSTRUCT setzen sich unter anderem aus Mitgliedern von CATTLE DECAPITATION, EXHUMED und INTRONAUT bzw. vormals UPHILL BATTLE zusammen und spielen, wie sollte es anders sein einen Mix aus Grindcore und Death Metal. Ja ja, ich weiß. Schon tausendmal gehört und eigentlich ja auch total uninteressant. Doch nicht so schnell!

Denn etwas an diesen fünf Herren ist anders. Da wäre zuallererst einmal die Tatsache, dass wohl wirklich jedes Bandmitglied seine Ideen einbringen konnte. Denn im Laufe der knapp 18 Minuten macht diese selbstbetitelte Debüt-EP eine enorme Entwicklung durch. Beginnen die ersten beiden Songs noch eher klassisch und stur brutal vor sich hinprügelnd, so halten spätestens bei „I Am That“ komplexere und chaotischere Parts Einzug und auch die Atmosphäre wird zunehmend dichter und beklemmender. MURDER CONSTRUCT wissen ganz genau, wie sie den Zuhörer bei der Stange halten können, ohne ihn mit übermäßig zur Schau gestellten technischen Finessen unnötig zur Aufmerksamkeit zu zwingen. Die sieben Abschnitte dieses kurzen Werkes scheinen tatsächlich ein Eigenleben zu haben, anstatt steril vor sich hin zu rauschen und auch die Produktion trägt hierzu ihren Teil bei. Warm und organisch präsentiert sich der Sound. Ein angenehmes Statement Richtung totgetriggerten Drums und klinisch-toten Gitarren. Dabei bleiben die kleinen Details aber stets erhalten und letztlich sind sie es, die dieses Debüt weit über den derzeitigen Genrestandard hieven. Ob kleine versteckte Melodien im Hintergrund, stets nachvollziehbar verbreakte Grindpassagen oder das eine oder andere Solo. Es gibt so einiges zu entdecken.

Auch vor atmosphärischen, langsamen Passagen wird nicht Halt gemacht. Spätestens wenn in „Destroy Babylon“ nach heftigstem Durchgeschrote plötzlich Tribal-Schlagzeug zum Einsatz kommt und die Gitarren sich in Dröhnen und Feedback ergehen ist der Punkt erreicht, MURDER CONSTRUCT sowohl Eigenständigkeit als auch das Potenzial zu einem absoluten Meilenstein des Genres zu attestieren. Genau genommen sind diese sieben Songs auf einem dermaßen hohen Niveau, dass sie an einigen der Hauptbands der Musiker locker links vorbeiziehen. Dass über all dem auch noch Travis Ryan, seines Zeichens Chefveganer und sympathischer Menschenhasser bei CATTLE DECAPITATION seine mehr als nur markante Stimme platzieren darf gereicht der Band ebenfalls nur zum Vorteil. Meine Güte hat dieser Kerl ein Organ. Da ist wirklich alles von tiefstem Gurgeln bis hin zu allerfiesestem Black Metal-Gekreische drin. Apropros Black Metal: selbst dieser findet im letzten Song „Submission“ noch Einzug ins Geschehen und schubst den Song damit fast schon in eine Ecke mit den absolut großartigen, wenn auch mächtig kaputten ANAAL NATHRAKH.

Doch, so darf das gerne weitergehen. MURDER CONSTRUCT ist mit dieser EP ein mehr als nur überraschend starker Einstieg gelungen. Hoffen wir mal, dass es nicht dabei bleibt, sondern schon bald ein vollwertiges Album erscheint. Das Potenzial zu absoluten Großtaten ist mehr als nur vorhanden.

Tracklist:

01. „Control“
02. „No Savior“
03. „I Am That“
04. „Destroy Babylon“
05. „End Of An Error“
06. „Boundless…“
07. „Submission“

Alte Kommentare

von eee 26.11.2010 19:39

gerade durchgehört. wirklich sehr unterhaltsam. aber leider kein beatdown, straight edge oder grauzone, daher fürs heutige allschools anscheinend uninteressant. dann macht mal schön weiter mit den endlos debatten wo man eigentlich nur copy/paste machen müsste...

von Tobe 27.11.2010 11:54

hat was die scheibe, definitiv....

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Manuel F.

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Eher so der Kumpeltyp.

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