Plattenkritik

Murmansk - Rüütli

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Release Date: 31.01.2014
Datum Review: 28.01.2014

Murmansk - Rüütli

 

MURMANSK ist eine nördlich des Polarkreises gelegene Hafenstadt auf der russischen Halbinsel Kola. Warum die in Helsinki beheimatete Band MURMANSK diesen Namen ausgewählt hat, kann ich leider aktuell nicht nachvollziehen. Mit „Rüütli“ erscheint jedenfalls der dritte Longplayer nun auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Songs auf dem Album wurden bereits 2012 aufgenommen und waren bisher nur in Skandinavien erschienen. MURMANSK liefern laut Bandinfo einen Mix aus Shoegaze, Noise, Indie Rock und Wave. Shoegaze??? Shoegaze als Inbegriff der Rockmusik, welche sich Mitte der 80er in Großbritannien entwickelte und dann in den 90ern den Rest der Welt für sich gewinnen konnte. Der Vorläufer von Britpop, Art- und Postrock sozusagen. Puhhh, also dann eine musikalische Zeitreise ca. 20 bis 30 Jahre in die Vergangenheit??? Manchmal ist es wohl doch besser die Bandinfo außen vor zu lassen und die Musik einfach auf sich wirken zu lassen. Markant für mich auf alle Fälle der Gesang von Sängerin und Gitarristin Laura. Von Anfang an erinnerte mich ihre Stimme und Klangfarbe an eine Band, welche mir nicht in den Sinn kommen wollte. Nach einigen Tagen fiel dann der Groschen: PARAMORE. Laura's Stimme wirkt vergleichsweise etwas erwachsener und MURKMANSK sind insgesamt etwas sperriger und noisiger, eine Ähnlichkeit ist aber nicht von der Hand zu weisen. Indie Rock ist sicherlich die Hauptzutat derer sich MURMANSK bedienen, der Sound selbst geht ansatzweise Richtung Noise, dann aber auch nur soweit, dass auch jedem klar ist, dass man es hier nicht mit einem einer aalglatten Rockband zu tun hat. Immer wieder steht Lauras Organ, wie z.B. beim zweiten Song „Mercury“, merklich über dem Rest der Band, die Stimme dafür hat sie. So ist das auch ein absolut adäquates Mittel, um damit Atmosphäre und Stimmung zu erzeugen und der Band einen Wiedererkennungswert zu schaffen. „A Meeting With The Oracle“, an Nummer 5 gesetzt, ist ein einfacher, aber vielleicht gerade deswegen, ein richtig guter Rocksong, hauptsächlich getragen von einem prägnantem immer und immer wiederkehrenden Gitarrenriff. Tonfolgen, die im Ohr hängen bleiben. Musikalisch bewegt man sich hauptsächlich im Midtempo Bereich und schaltet dabei immer wieder einen Gang runter und kommt dabei in groovende Gefilde, wie z.B. bei „Married To Beetlejuice“ und das erinnert dann in den besten Momenten fast schon an QUEENS OF THE STONE AGE. MURMANSK bieten auf „Rüütli“ eine wirklich interessante Mischung und auch wenn mich die 11 Songs nicht zu Jubelstürmen hinreißen können, so werde ich die Platte dennoch in Zukunft das ein oder andere Mal wieder auflegen.

Trackliste:
1. Contradisco
2. Mercury
3. Married To Beetlejuice
4. Hungry Hippos
5. A Meeting With The Oracle
6. Outrun
7. The Dead Adventurer
8. Peel
9. 123.4
10. Night Time
11. Shake Off The Tears

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Felix M.

Autoren Bio

ruhiger, bodenständiger Zeitgenosse

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