Plattenkritik

My Brightest Diamond - A Thousand Shark's Teeth

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Release Date: 03.07.2009
Datum Review: 11.10.2009

My Brightest Diamond - A Thousand Shark's Teeth

 

Ein Blick aus dem Fenster genügt, um festzustellen, dass es sich nun wieder musikalisch umzustellen gilt. Wenn sich die Düsternis des Herbstes anschleicht, packt man am besten alle Platten, die gute Laune verursachen weg. Solche geben nämlich keinen guten Soundtrack her, wenn man wie hypnotisiert dem Sommer beim Sterben zusieht. MY BRIGHTEST DIAMOND wären Kandidaten für diese Art von Musik - oder wohl eher: MY BRIGHTEST DIAMOND wäre ein Kanditat. Shara Worden hat sich mit ihrem Solo-Projekt nämlich auf vielschichtige Laubhügelmusik spezialisiert.

Auf "A Thousand Shark's Teeth" kommt zumindest erstmal alles zum Einsatz, was für eine gehörig melancholische Endzeitstimmung sorgt. Hier verweben sich Akustikgitarren, Streicher, Xylophone, klassische Rockinstrumente und seichte Elektronikelemente zu dichtestem Nebel. Was letztendlich dem ganzen die Krone aufsetzt, ist die tiefe Stimme der Künstlerin, die die sowieso schon sehr runde Musik nochmal mit 220er Schleifpapier bearbeitet. Man fühlt ihr Vibrato förmlich im eigenen Kehlkopf mitflattern. Elegantere Harmonie wie auf diesem Album hätten Musik und Stimme nicht bilden können.

Kaum zu glauben, dass diese Perfektion von einer einzigen Person kommt. Aber Shara hat auch immerhin sechs Jahre damit verbracht, dieses betrübte ANTHONY AND THE JOHNSONS infizierte Prachtstück zu vertonen - stellenweise intensiv wie die akustischen Momente von MASSIVE ATTACK und ähnlich intim wie BON IVERs von der Welt abgeschnittenes "For Emma, Forever Ago".

Tracks:

1. Inside A Boy
2. The Ice & The Storm
3. If I Were Queen
4. Apples
5. From The Top Of The World
6. Black & Costaud
7. To Pluto's Moon
8. Bass Player
9. Goodbye Forever
10. Like A Sieve
11. The Brightest Diamond

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Ignaz

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