Plattenkritik

My Dying Bride - Evinta

Redaktions-Rating

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Release Date: 20.05.2011
Datum Review: 10.06.2011

My Dying Bride - Evinta

 

Eigentlich zählen MY DYING BRIDE zu den bekanntesten und beliebtesten Doom Metal Bands weltweit. 20 Jahre lang und über 9 Alben habe Sie einige der erstaunlichsten Stücke in diesem Genre zu Tage gefördert. Zum Zwanzigsten Bandjubiläum kommt mit EVINTA ein Album in die Läden, dass mir absolut die Sprache verschlägt. Ein Album gänzlich ohne Gitarren und Schlagzeug.

Eine Idee die wohl seit 15 Jahren in den Köpfen der Bandmitglieder umherschweift kommt nun zu absoluten Vollendung. Man nehme Songs und Motive aus zwanzig Jahren Bandgeschichte, entferne Gitarren und Schlagzeug und passe die Melodien auf Streicher und Synthies an. Als letzten Kniff werden dann noch die Vocals an die nun sphärischen Klänge angepasst und heraus kommt ein wahnsinnig gutes Album. Natürlich dürften fans von MY DYING BRIDE erstmal enttäuscht sein. Beim genaueren Hinsehen offenbart sich aber, dass hier im Kern immernoch die Seele der Songs eingefangen wurde. Es ist eben kein Album wie METALLICAs S&M, bei dem die Symphoniker einfach auf bestehende Songs ihre Passagen "draufspielen". Hier wird alles umgestellt und es entsteht im wahrsten Sinne des Wortes eine Neuinterpretation der Songs.

Exemplarisch dafür stehen auch die Gastbeiträge der französischen Opernsängerin LUCIE ROCHE, die in mehreren Songs die Vocals übernimmt. Hier passt einfach alles perfekt zusammen. Das Album verlässt den Bereich "Metalsongs mit Streichern" vollkommen und nistet sich zu 100% in der klassischen Musik ein. Dementsprechend muss man als Zuhörer aber auch ein gewisses Faible für klassische Musik mitrbingen. Ausgehend von der durchgehend außergewöhnlichen Instrumentalisierung und dem Mut diese über 2 CDs durchzuziehen, fühle ich mich am meisten an ULVERs Meiterwerk KVELDSSANGER erinnert, auch wenn das Genre natürlich ein anderes ist. Es gibt aber wohl auch kaum ein zweites Album was eine dermaßen dichte melancholische Atmosphäre verbreitet wie EVINTA.

Es ist einfach nur erstaunlich wie es MY DYING BRIDE schaffen, selbst nach 20 Jahren noch ihre Fans zu überraschen und soein grossartiges Album aufzunehmen. Jeder Ton entwirft vor dem inneren Auge des Zuhörers eine triste und doch schöne Landschaft, schottische Highlands mit wolkenbedeckten Himmeln, fernab von jeglicher Tolkien-Romantik. Definitiv einer der ersten ernsthaften Kandidaten für die Krohne "Bestes Album 2011".

Tracklist:

CD 1 - Evinta I
01. In Your Dark Pavilion
02. You Are Not The One Who loves Me
03. Of Lilies Bent With Tears
04. The Distance, Busy With Shadows
05. Of Sorry Eyes In March

CD 2 - Evinta II
01. Vanité Triomphante
02. That Dress And Summer Skin
03. And Then You Go
04. A Hand Of Awful rewards

Alte Kommentare

von KROHNE Messtechnik?... 11.06.2011 20:27

...ach Kinder. Ihr könnt doch nicht "Krone" mit "h" schreiben und dann erwarten, dass man euch wirklich Ernst nimmt. Lasst eure Reviews doch wenigstens ein einziges Mal gegenlesen!

von KROHNE Messtechnik?... 12.06.2011 21:23

PS: Ich bin schwul.

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Georg

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