Plattenkritik

NAILS - You Will Never Be One Of Us

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Info

Release Date: 17.06.2016
Datum Review: 14.06.2016
Format: CD Vinyl Digital Tape

Tracklist

 

1. You Will Never Be One Of Us 1:29
2. Friend To All 0:45
3. Made To Make You Fall 0:55
4. Life Is A Death Sentence 1:39
5. Violence Is Forever 3:26
6. Savage Intolerance 1:46
7. In Pain 1:01
8. Parasite 0:55
9. Into Quietus 1:33
10. They Come Crawling Back 8:14

Band Mitglieder

 

Todd Jones
Taylor Young
John Gianelli

NAILS - You Will Never Be One Of Us

 

Warum ein Strauß voll Blumen, wenn auch eine Handvoll Hass das Herz erwärmt? Anders gesagt: Auch auf Album Nummer drei schaffen es NAILS kurzweilig, alles und jeden nieder zu prügeln und trotzdem so viel Suchfaktor zu erzeugen.

NAILS und noch mehr NAILS. Kaum eine Band erfährt gerade so einen immensen Popularitätsschub wie das Trio aus Kalifornien. Das liegt natürlich zum einen an den reichlich gesäten Vorboten zum anstehenden Album „You Will Never Be One Of Us“ zum anderen aber auch an den Kapazitäten des Labelriesen Nuclear Blast, der die Herren von nun an am Metalmarkt vertritt. Schenkt man Fronter und Gitarrist Todd Jones Glauben, war es ein gewisser Grep P. von THE DILLINGER ESCAPE PLAN, der NAILS an den Riesen vermittelte.

„You Will Never Be One Of Us“ war nicht nur die erste Single, welche als Appetithappen veröffentlicht wurde, sondern ist auch der Titel des dritten Albums. Mit knapp zweiundzwanzig Minuten ist es nicht nur das längste Album der Bandhistorie, sondern auch das wahrscheinlich ungnädigste. Angefangen vom Opener bis zum vorletzten Song „Into Quietus“ prügeln NAILS die Intensität ihres Powerviolence auf ein neues Härtelevel. Dabei fällt auf, dass die Dynamik des Drittwerks im Gegensatz zum Vorgänger „Abandon All Life“ wesentlich konstanter verläuft. NAILS verzichten auf den ersten neun Tracks gänzlich auf schleppende midtempo Nummern wie ein „Wide Open Wound“ und präsentieren in ihren kurzen Hassattacken mehr Thrash- und typische Hardoreriffs denn je. Ein „Savage Intolerance“ zerstört in seinem Finale gar so technisch detailliert, wie man es sonst eher von Bands wie CANNIBAL CORPSE gewohnt ist. Ansonsten reihen NAILS im Eiltempo alles kompromisslos aneinander, was schmerzt und zerstört. Auch die Stimme von Todd Jones klingt noch hasserfüllter und angepisster als zuvor. Erst im finalen, neunminütigen „They Come Crawling Back“ fahren er und seine Mitstreiter das Tempo herunter und walzen mit monströsen Riffs und mächtiger Doublebass Richtung Apokalypse. Kurt Ballou ist es zu verdanken, dass NAILS auf „You Will Never Be One Of Us“ wesentlich direkter und brutaler klingen, als noch auf den Vorgängern.

Ansonsten kann man mit großer Sicherheit sagen, dass dieses Album neben den letzten FULL OF HELL Scheiben oder der neuen HAMMERHEAD Seven Inch das wahrscheinlich asozialste und kompromissloseste Stück Musik ist, was gerade auf den Markt zu finden ist. Es rotzt, drückt, kratzt und knallt an allen Ecken und Enden und verbeißt sich in den Gehörgängen. Sicherlich nicht die Platte des Jahres oder die neue, ultimative Härte. Dennoch haben NAILS ein Methode gefunden, Hass in Musik zu übersetzen, die einfach einzigartig und unvergleichlich klingt.

 

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Mulder

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