Plattenkritik

ÅND – Aeternus

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Info

Release Date: 04.11.2016
Datum Review: 27.01.2017
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Auferstehung
2. Verstoßene
3. Niedertracht
4. Illusion
5. Dämmerung
6. Schatten
7. Heimkehr

ÅND – Aeternus

 

Wenn der Kutten tragende und Blut trinkende Black Metal Ultra die neue Popularität seines Schwarzmetalls als übles Hipstertum abwinkt, weil die Riege der neuen Bands mehr mit Körperpflegemittel und Mate Tee zu tun hat, als mit dem Pflegen der okkulten Bräuche, muss er sich dennoch eingestehen, dass die derzeit spannendsten Bands eher genrefremden Ursprungs sind.

ÅND sind neben ULTHA sicherlich die Black Metal Neuentdeckung des vergangenen Jahres. Wobei es im Falle ÅND und ihrem Debüt „Aeternus“ schon fälschlich wäre, das sieben Song starke Album auf ein Genre zu reduzieren, ohne nun das Wort „Post“ in den Mund nehmen zu müssen. ÅND inszenieren sich grundlegend in sehr düsteren Klanglandschaften, welche sich im gekonnten Wechselspiel aus rasend schnellen Blastgewittern und erdückenden Doom Passagen zusammensetzen. Neben dem im Hall schwimmenden und deutschsprachigen Gekeife ist es definitiv die fulminante Gitarrenarbeit der Berliner, die die Songs durch das Schwarze führt. Zu Teilen sehr treibend und auch nach vorn peitschend, lassen die immer wieder kehrenden dissonanten Gitarrenriffs den Hörer oftmals ins Leere fallen. Das erinnert ein wenig an ein kaltes Gebräu aus DER WEG EINER FREIHEIT und einer gesunden Portion DEATHSPELL OMEGA.

In den Berliner Hidden Planet Studios nahezu perfekt eingefangen ist ÅND mit ihrem Debüt ein dunkles Album gelungen, welches von Anfang bis Ende fesselt. Trotz aller Dissonanzen ist Aeternus in Teilen vielleicht ein wenig zu songdienlich und vorhersehbar. Dennoch schaffen es die Berliner auf ihre authentische und packende Art und Spielweise den Hörer in eine misanthropische Klangwelt zu versetzen.

 

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Mulder

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